Sonntag, 20. August 2017

Fernsehtipps Film (21.08. - 27.08.2017)


MONTAG, 21.08.2017

"#9" [04:00 Uhr, RTL II]
(USA 2009 | Shane Acker)

"Shakespeare in Love" [20:15 Uhr, Arte]
(USA, GB 1998 | John Madden)

"If..." [22:10 Uhr, Arte]
(GB 1968 | Lindsay Anderson)

"Die Erfindung der Liebe" [23:25 Uhr, WDR]
(D, LUX 2013 | Lola Randl)

"Jerry Maguire - Spiel des Lebens" [23:35 Uhr, NDR]
(USA 1996 | Cameron Crowe)

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DIENSTAG, 22.08.2017

"Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" [20:15 Uhr, Disney Chan.]
(MEX, USA 1984 | Robert Zemeckis)

"The Gift" [20:15 Uhr, Pro 7 Maxx]
(USA, AUS, CHINA 2015 | Joel Edgerton)

"Violet & Daisy" [22:10 Uhr, Tele 5]
(USA 2011 | Geoffrey Fletcher)

"Das Glück an meiner Seite" [22:45 Uhr, ARD]
(USA 2014 | George C. Wolfe)

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MITTWOCH, 23.08.2017

"Cool Runnings" [20:15 Uhr, Kabel]
(USA 1993 | Jon Turteltaub)

"Eine Taube sitzt auf einem Zweig..." [20:15 Uhr, Arte]
(S, D, N, F 2014 | Roy Andersson)

"Eastern Boys - Endstation Paris" [22:45 Uhr, Arte]
(F 2013 | Robin Campillo)

"Only Lovers Left Alive" [23:45 Uhr, HR]
(GB, D 2013 | Jim Jarmusch)

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DONNERSTAG, 24.08.2017

"Die Truman-Show" [20:15 Uhr, Kabel]
(USA 1998 | Peter Weir)

"Wenn Träume fliegen lernen" [20:15 Uhr, Disney Chan.]
(USA, GB 2004 | Marc Forster)

"Black Hawk Down" [22:10 Uhr, VOX]
(USA, GB 2001 | Ridley Scott)

"Fahrenheit 451" [22:25 Uhr, 3sat]
(GB, F 1966 | François Truffaut)

"Miral" [23:45 Uhr, RBB]
(F, ISR, I, IND 2010 | Julian Schnabel)

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FREITAG, 25.08.2017

"Wenn Männer fallen" [00:45 Uhr, Arte]
(F 1994 | Jacques Audiard)

"Wyatt Earp - Das Leben einer Legende" [20:15 Uhr, Kabel Doku]
(USA 1994 | Kevin Costner)

"Die Kinder des Fechters" [20:15 Uhr, Arte]
(FIN, EST, D 2015 | Klaus Härö)

"Das Leben des David Gale" [23:10 Uhr, ZDF NEO]
(USA, D, GB 2003 | Alan Parker)

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SAMSTAG, 26.08.2017

"Daylight" [20:15 Uhr, ZDF NEO]
(USA 1996 | Rob Cohen)

"Der Gott des Gemetzels" [21:45 Uhr, ONE]
(F, D, PL, E 2011 | Roman Polanski)

"Shaun of the Dead" [22:00 Uhr, ZDF NEO]
(GB, F 2004 | Edgar Wright)

"Zwei Banditen" [22:05 Uhr, Sat. 1 Gold]
(USA 1969 | George Roy Hill)

"Stoker - Die Unschuld endet" [22:20 Uhr, Pro 7]
(GB, USA 2013 | Chan-wook Park)

"Saw" [23:30 Uhr, ZDF NEO]
(USA 2004 | James Wan)

"Carlito's Way" [23:30 Uhr, Servus TV]
(USA 1993 | Brian De Palma)

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SONNTAG, 27.08.2017

"Wehrlos - Die Tochter des Generals" [00:25 Uhr, Sat. 1]
(USA, D 1999 | Simon West)

"Chained" [01:05 Uhr, ZDF NEO]
(CDN 2012 | Jennifer Chambers Lynch)

"Pale Rider - Der namenlose Reiter" [20:15 Uhr, Arte]
(USA 1985 | Clint Eastwood)

"Der Mann mit der eisernen Maske" [20:15 Uhr, Tele 5]
(GB, USA 1977 | Mike Newell)

"Toy Story 2" [20:15 Uhr, Disney Chan.]
(USA 1999 | John Lasseter)

rot: besondere Empfehlung vom Autor des Hauses; teils sehr selten oder gar erstmals im TV

[Angaben ohne Gewähr]

Sonntag, 13. August 2017

Fernsehtipps Film (14.08. - 20.08.2017)


MONTAG, 14.08.2017

"Somewhere - Verloren in Hollywood" [00:05 Uhr, ARD]
(USA 2010 | Sofia Coppola)

"Der geteilte Himmel" [00:15 Uhr, MDR]
(DDR 1964 | Konrad Wolf)

"Vertigo - Aus dem Reich der Toten" [01:05 Uhr, Tele 5]
(USA 1958 | Alfred Hitchcock)

"Cartagena" [01:40 Uhr, ARD]
(F 2009 | Alain Monne)

"Deadlock" [02:10 Uhr, 3sat]
(BRD 1970 | Roland Klick)

"Reise nach Indien" [20:15 Uhr, Arte]
(GB, USA 1984 | David Lean)

"Herr der Fliegen" [22:50 Uhr, Arte]
(GB 1963 | Peter Brook)

"Fair Play" [23:05 Uhr, MDR]
(CZ, SLOWAK, D 2014 | Andrea Sedlácková)

"Zeit der Kannibalen" [23:10 Uhr, WDR]
(D 2014 | Johannes Naber)

"Südwest nach Sonora" [23:30 Uhr, HR]
(USA 1966 | Sidney J. Furie)

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DIENSTAG, 15.08.2017

"Die innere Sicherheit" [00:45 Uhr, MDR]
(D 2000 | Christian Petzold)

"Die Kunst zu gewinnen - Moneyball" [20:15 Uhr, Disney Chan.]
(USA 2011 | Bennett Miller)

"Die Reifeprüfung" [20:15 Uhr, 3sat]
(USA 1967 | Mike Nichols)

"Family Business" [22:00 Uhr, 3sat]
(USA 1989 | Sidney Lumet)

"Für immer Adaline" [22:45 Uhr, ARD]
(USA, CDN 2015 | Lee Toland Krieger)

"Unternehmen Petticoat" [23:30 Uhr, Servus TV]
(USA 1959 | Blake Edwards)

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MITTWOCH, 16.08.2017

"Pride" [20:15 Uhr, Arte]
(GB, F 2014 | Matthew Warchus)

"Identität" [22:05 Uhr, Kabel]
(USA 2003 | James Mangold)

"Under the Skin - Tödliche Verführung" [22:10 Uhr, Arte]
(GB, USA, CH 2013 | Jonathan Glazer)

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DONNERSTAG, 17.08.2017

"Velvet Goldmine" [00:25 Uhr, BR]
(GB, USA 1998 | Todd Haynes)

"Wir sind jung. Wir sind stark." [22:15 Uhr, ZDF]
(D 2014 | Burhan Qurbani)

"Borgman" [22:25 Uhr, 3sat]
(NL, B, DK 2013 | Alex van Warmerdam)

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FREITAG, 18.08.2017

"Hellboy" [20:15 Uhr, RTL II]
(USA 2004 | Guillermo del Toro)

"Milk" [20:15 Uhr, Kabel Doku]
(USA 2008 | Gus Van Sant)

"Der zerrissene Vorhang" [22:35 Uhr, 3sat]
(USA 1966 | Alfred Hitchcock)

"Was diese Frau so alles treibt" [23:45 Uhr, BR]
(USA 1963 | Norman Jewison)

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SAMSTAG, 19.08.2017

"Im Schatten des Zweifels" [00:35 Uhr,  3sat]
(USA 1943 | Alfred Hitchcock)

"Die Tür der Versuchung" [20:15 Uhr, Servus TV]
(USA 2004 | Tod Williams)

"What We Become" [22:10 Uhr, ZDF NEO]
(DK 2015 | Bo Mikkelsen)

"True Grit - Vergeltung" [22:15 Uhr, Servus TV]
(USA 2010 | Joel Coen, Ethan Coen)

"Howl" [23:25 Uhr, ZDF NEO]
(GB 2015 | Paul Hyett)

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SONNTAG, 20.08.2017

"James Bond 007: Feuerball" [00:30 Uhr, ZDF]
(GB 1965 | Terence Young)

"The Descent - Abgrund des Grauens" [00:50 Uhr, ZDF NEO]
(GB 2005 | Neil Marshall)

"Die Bounty" [20:15 Uhr, Tele 5]
(USA, GB 1984 | Roger Donaldson)

"Toy Story" [20:15 Uhr, Disney Chan.]
(USA 1995 | John Lasseter)

"Rock of Ages" [22:10 Uhr, RTL II]
(USA 2012 | Adam Shankman)

"Hamburger Hill" [22:25 Uhr, Tele 5]
(USA 1987 | John Irvin)

rot: besondere Empfehlung vom Autor des Hauses; teils sehr selten oder gar erstmals im TV

[Angaben ohne Gewähr]

Freitag, 11. August 2017

"Dunkirk" [GB, USA, F, NL 2017]


Cobb wollte seine (träumerischen) Kinder wiedersehen, Cooper hingegen die Erde anlaufen, wo seine Kinder wiederum auf ihn warten. Und Batman aus der Gefangenschaft nach Gotham City entfliehen. Konkret war "Heimat", die Heimat, bei Christopher Nolan unaufhörlich, eine wehmütig schippernde Boje inmitten von Zerrissenheit, Schuld und strukturellen Hemmnissen. Heimat als Belohnung jenseits des endlos vertrackten Kaninchenbaus, die, sobald sie sich sich nähert, zugleich von der Überraschung der Überraschungen übermannt wird, dass sogleich ein Rätsel, ein, zwei Ebenen tiefer, das Ich lediglich undurchdringlicher verschüttet – und Heimat sich zu einer entschwundenen Erwartung verflüchtigt. Die "Heimat" in "Dunkirk" aber geht unter. Wie grausam, lärmend, lähmend ein Kriegsfilm sein darf, betont "Dunkirk", wenn sie, ebenjene Heimat, ein Versprechen darstellt, irgendwann nach dem Krieg, das im Rauch und Ruß gleichermaßen ein krächzendes Echo hinterlässt. Eingekesselt zu sein, bedeutet in "Dunkirk" de facto, das Fassbare der Heimat, die Chance, ihr zu begegnen, in ein Abstraktum zu verwandeln, mehr noch, nicht länger in eine Möglichkeit, sondern in eine Sehnsucht.

Was zeigen, erspüren, erfühlen in einem Kriegsfilm, dessen Bilder, Motive und Absichten unlängst verhandelt wurden? Die besten Kriegsfilme (oder: Antikriegsfilme, je nachdem) legen sich nicht auf den Kriegskörper fest – auf den dämonischen, verschlingenden Krieg, auf die Soldaten, die als psychisch labile Patienten (nach Hause) zurückkehren. Die besten Kriegsfilme stattdessen, sie teilen elementarste Überlegungen über den Menschen, grundsätzliche Vergänglichkeitsgedanken über das Sein, ob menschlich, tierisch oder pflanzlich, nahe der extremsten Verderbensstruktur, dem Krieg. Die besten Kriegsfilme sind durchweg Abstraktionsfilme, dekonstruieren das Objekt Krieg, indem das Subjekt Mensch im Krieg kein Projektil mehr sein darf. Auf dieser theoretischen Basis fußt auch "Dunkirk". Es handelt sich, demgemäß, um ein analytisches Kriegsdrama, das dokumentierte Wirklichkeit mit immersivem Erleben kreuzt. Bewegungen, Bewegungen über den Strand, der Mole, Bewegungen durch die Luft wie auf dem Wasser, repräsentieren nicht nur eine umfassende Situationsanalyse, sondern die Kriegsfilmoptik von heute: Wenn des Kriegsfilmes Intentionen hinlänglich bekannt sind, so aber noch lange nicht dessen Impressionen. 

Innerlich distanziert schildert Nolan eine historische Fußnote, eine Rettungsmission als Beklemmungszustand, ohne dafür den Krieg zu instrumentalisieren, ihn aufzulösen in, zum Beispiel, grobschlächtige Feindschemata. Vom "Feind" als solchen wird gar wenig (plakativ) gesprochen, sowohl Deutsche als auch Briten zeichnen sich durch eine Uniformität aus, durch eine Klassennichtzugehörigkeit, durch eine (eben abstrakte) Profillosigkeit, die es erst gestattet, den Krieg auf menschlich nachvollziehbares Überleben einzig und allein zu reduzieren, bei dem scheinbar ohnehin keine Zeit für nähere Reflexionen bleibt. Das Sturzbachstromartige über "die da oben", während "die da unten" überleben wollen, ist ein seriell-fabrikmäßiges Rattern, das in den konstruktionssicheren Widescreen-Bildern von Hoyte van Hoytema unter der Kontrolle eines Meisters sich entfaltet. Gestückelt in Minimomentaufnahmen der Angst, vermittelt speziell der Handlungsstrang um einen gestrandeten Soldaten (Cillian Murphy), der, wider Willen, auf einem Boot Richtung Dünkirchen mitgenommen wird, genau diese zeitenthobene (eben abstrakte) "Naturangst". Des Soldaten. Des Menschen.


Spannungssentenzen aus dem Lehrbuch – ein auf dem Wasser notgelandeter Soldat, der vor dem herannahenden Nass das Cockpit seines Flugzeugs nicht erfolgreich öffnen kann sowie eine Gruppe von eingeschlossenen Soldaten, die beschossen werden – spielt Nolan allerdings viel zu selten aus. Die häufig anstrengende Erzählmechanik seiner vorangegangenen Filme, ein Zauber quasi, der seine Tricks allzu unzweideutig wiederholt, trifft in "Dunkirk" andererseits auf eine existenzielle Menschenlosigkeit, die, mit der Hand am Joystick, analytisch gerechtfertigt sein mag, aber nichtsdestoweniger von zahlreichen Lenkungen in die andere Richtung neutralisiert wird. Inkonsequent bleibt dieser Film – denn die Immersion, jene Unmittelbarkeitsspontanität, die Nolan anstrebte, ist letztlich nur Teil eines Films, der in der wohlkalkuliert multiperspektivischen Zersplitterung das Korsett eines letztlich unnötig verschwurbelten, unerhört redundanten (Tom Hardy als Fliegerass) und unvorteilhaft chaotisch geschnittenen Zahnradfilms enger schnürt. Die Taschenspielertricks Nolans sind in "Dunkirk" lästiger denn je – evozieren sie doch ein Planspiel namens Krieg, das es in den Augen der Opfer und Überlebenden nie war. 

Sobald Tom Hardy sein Flugzeug am Ende, nach anfänglich genretypischen Schwierigkeiten, im Sonnenlicht landet (aus dem "Pearl-Harbor"-Schneideraum Michael Bays womöglich zweckentfremdet) und die Überlebenden, eine Churchill-Rede stolz rezitierend, im Zug frenetisch von der Zivilbevölkerung gefeiert werden, ist es nahezu unglaublich, mit welcher hymnischen Klebrigkeit Nolan angestaute metallisch-brutalistische Seelenpein unterläuft. Dies hätte "Dunkirk", zweifellos, nicht gebraucht. Wo dem Film zuvor das letzte Quäntchen Dringlichkeit gefehlt hat, so überlagern sich abschlusssicher die überschüssigen Quäntchen Empfindsamkeit bis ins Bodenlose – und rückverwandeln den im vorherigen Verlauf des Films stoisch skizzierten Soldaten, bloßes Fleisch, einen vor allem einfach Geretteten, abermals zum Sinnbild triumphaler Verehrung. Über 100 Jahre Kriegsfilmgeschichte haben nicht viel anderes hervorgebracht, als einen Kommandanten (Kenneth Branagh) zu idealisieren, der ebenso tatenmutig wie selbstlos auf die ankommenden Franzosen wartet, haben nicht viel anderes hervorgebracht, als in einer heroischen Gestenschau zu münden.

Zusatznotiz: Hans Zimmers metadiegetische "Musik" (oder Geschrammel) ist nah am Geschehen, wiewohl zu nah. Zimmers Abmischungen durchliefen dabei eine kompositorische Entwicklung, und "Dunkirk" legt Zeugnis ab über diese Entwicklung als eine Art "Endpunkt" melodischer Texturen: Offenkundig scheint Musik nur noch ein experimentelles Variationskabarett für Zimmer zu sein, der mit minimalistischem Donner an den Stellschrauben von "Dunkirk" dessen bestialisches Sound Design imitiert. Diese Synthese zwischen Zimmers tackernden Klangflächen und den zuckenden Umgebungsgeräuschen kündigt an, wann eine Szene spannend, nervenaufreibend oder, selbstverständlich, dramatisch (!) zu sein hat. Eine Steigerung des Bedrohlichkeitspotenzials infolge zu kurzen Reagierens in zu wenig Zeit, die gewiss intendiert war, aber angesichts unverhältnismäßigen Verkleisterns schlicht für Kopfzerbrechen, Unruhe, Unwohlsein sorgt, geleitet jedoch zu dem, was Zimmer mittlerweile im Kinosaal vorzufinden glaubt: eine Techno-Bude, die dauerhaft beschallt.   

4 | 10

Freitag, 4. August 2017

Gesehenes - Juli 2017


"The Wire" //8
(USA 2002 | Season 1; DVD)

"The Wire" //8.5
(USA 2003 | Season 2; DVD)

"The Wire" //10
(USA 2004 | Season 3; DVD)

"Ballers" //6
(USA 2015 | Season 1; Sky)

"Ballers" //6
(USA 2016 | Season 2; Sky)

TV-Folge: "Twin Peaks" - 3x08 | "The Return, Part 8"
(USA 2017 | David Lynch)

TV-Folge: "Twin Peaks" - 3x09 | "The Return, Part 9"
(USA 2017 | David Lynch)

TV-Folge: "Twin Peaks" - 3x10 | "The Return, Part 10"
(USA 2017 | David Lynch)

TV-Folge: "Twin Peaks" - 3x11 | "The Return, Part 11"
(USA 2017 | David Lynch)

TV-Folge: "Game of Thrones" - 7x01 | "Dragonstone"
(USA 2017 | Jeremy Podeswa; Sky)

TV-Folge: "Game of Thrones" - 7x02 | "Stormborn"
(USA 2017 | Mark Mylod; Sky)

TV-Folge: "Game of Thrones" - 7x03 | "The Queen's Justice"
(USA 2017 | Mark Mylod; Sky)

Dokumentation: "O.J.: Made in America" //8.5
(USA 2016 | Ezra Edelman; TV)

"Schatten" //6
(USA 1959 | John Cassavetes; DVD)

"Gesichter" //7
(USA 1968 | John Cassavetes; DVD)

"Eine Frau unter Einfluss" //7
(USA 1974 | John Cassavetes; DVD)

"Die Ermordung eines chinesischen Buchmachers" //6
(USA 1976 | John Cassavetes; Langfassung/DVD)

"Die erste Vorstellung" //7
(USA 1977 | John Cassavetes; DVD)

Kurzfilm: "Der Ball" //5
(Ö 1982 | Ulrich Seidl; DVD)

"Models" //5.5
(Ö 1999 | Ulrich Seidl; DVD)

"Hundstage" //6
(Ö 2001 | Ulrich Seidl; DVD)

"Import Export" //8
(Ö 2007 | Ulrich Seidl; DVD)

"X-Men Origins: Wolverine" //5
(USA 2009 | Gavin Hood; Extended Cut/Blu-ray)

"Wolverine: Weg des Kriegers" //5
(USA, AUS 2013 | James Mangold; Extended Cut/Blu-ray)

"Logan - The Wolverine" //7.5
(USA 2017 | James Mangold; Blu-ray)

Kurzfilm: "The Diary of an Unknown Soldier" //5
(GB 1959 | Peter Watkins; DVD)

Kurzfilm: "The Forgotten Faces" //5
(GB 1961 | Peter Watkins; DVD)

"Strafpark" //6
(USA 1971 | Peter Watkins; DVD)

Kurzfilm: "Small Deaths" //6
(GB 1996 | Lynne Ramsay; DVD)

Kurzfilm: "Gasman" //6
(GB 1998 | Lynne Ramsay; DVD)

Kurzfilm: "Kill the Day" //6
(GB 2000 | Lynne Ramsay; DVD)

"We Need to Talk About Kevin" //7
(GB, USA 2011 | Lynne Ramsay; DVD)

Kurzfilm: "Pas de C4 pour Daniel Daniel" //4
(B, F 1987 | Rémy Belvaux, André Bonzel, Benoît Poelvoorde; DVD)

"Mann beißt Hund" //4
(B 1992 | Rémy Belvaux, André Bonzel, Benoît Poelvoorde; DVD)

Kurzfilm: "Doodlebug" //6
(GB 1997 | Christopher Nolan; YouTube)

"Dunkirk" //4
(GB, USA, F, NL 2017 | Christopher Nolan; Kino)

"Das Schweigen" //4
(S 1963 | Ingmar Bergman; Verleih-DVD)

"Possession" //7
(F, D 1981 | Andrzej Żuławski; DVD)

"Blade Runner" //8
(USA, HK, GB 1982 | Ridley Scott; Final Cut/Blu-ray)

"Twentynine Palms" //6
(USA, F, D 2003 | Bruno Dumont; DVD)

"Rubber" //6
(F, ANG 2010 | Quentin Dupieux; DVD)

"Perfect Sense" //6
(D, GB, DK, S, IRL 2011 | David Mackenzie; Verleih-DVD)

"It Follows" //7
(USA 2014 | David Robert Mitchell)

"The Lobster" //6
(GR, GB, F 2015 | Giorgos Lanthimos; DVD)

"Der Nachtmahr" //3
(D 2015 | Achim Bornhak aka Akiz; Blu-ray)

"Swiss Army Man" //6
(USA 2016 | Daniel Kwan, Daniel Scheinert; DVD)

"La La Land" //3
(USA 2016 | Damien Chazelle; Verleih-DVD)

"John Wick: Kapitel 2" //5.5
(USA 2017 | Chad Stahelski; Verleih-Blu-ray)

"Baby Driver" //6
(USA, GB 2017 | Edgar Wright; Kino)

Mittwoch, 2. August 2017

"Baby Driver" [USA, GB 2017]


Als würde Musik die Leinwand streicheln, als würde Musik die Leinwand liebkosen – und sich ihr Protagonist, Kraftfeld, weniger Kraftprotz, darin verirren. Sanft, nicht zu flippig, anschmiegsam, nicht zu aufmerksamkeitssuchend, bejahend, nicht zu schwärmerisch folgt ihm Bill Pope über den Asphalt, ihm, das ist Baby (Ansel Elgort). In diese Welt gehört er nicht. Er versucht, sich über sie hinwegzusetzen, er versucht, sie hinwegzutanzen, ein Schritt nach dem nächsten. Baby ist eine ziemlich schrullige, autistische, anziehend menschenleere Gestalt, die Kopfhörer dauerhaft im Ohr, den Blick wie Bleifuß an ein Ziel geheftet. Allerdings mag es Baby nicht, wenn der "Job" (meist illegal) zu früh oder zu spät startet. Zur falschen Note, zum falschen Klang. Dann wird die Arbeit unrhythmisch, vielleicht auch schlampig ausgeführt. Baby stoppt daraufhin seine Kollegen, hält sie zurück, gibt ihnen ein Zeichen, wann sie bei welchen Lyrics auszusteigen haben. Den Job erledigen. Baby ist Perfektionist, da Komponist, weil Dirigent.

"Baby Driver" genügt sich als, man merkt es, musikalisches Schaulaufen, dem es an Zufälligkeiten mangelt. Edgar Wright, Spezialist dafür, den Mainstream zu beladen (respektive zu überladen), hat jedem Frame, jeder Szene, jeder Geste Plätze zugewiesen, die, mehrdeutig, allesamt sitzen. Ein deshalb "perfekter" Film ist das, bestehend aus einander ergänzenden, kurzatmigen Videoclips, in denen Verfolgungsaction wie Einbruchsstrategien das Band der Dramaturgie straffen. Mechanistischer wird, kann Kino nicht mehr werden – keine Öffnung, kein Überquellen. Wright weiß, dass die "Feier" aus seinen vorherigen Filmen, das Feuer, die Flammen, vor allem das Spontane, abgeklungen ist, ja beängstigend lässiger Routine Platz machte. Bestenfalls gelingen ihm dabei kinetische Momente, die in der Bewegung von Zeitbeschleunigung und Raserei extrovertiert vibrieren. Mancherorts aber will Wright nie loslassen – denn er ist versessen auf (Geschwindigkeits-)Kontrolle, auf die Kontrolle über die Montage, auf den Takt per se.

Den Status eines "Action-Musicals" löst "Baby Driver" folglich höchstens zu Beginn ein. Danach vermengt der Plot Zitate und Figurensketche sichtlich formelhafter. Die Hauptidee der Geschichte hätte auch aus einem John-Frankenheimer-Film oder einem Film von Walter Hill, einem Film von Michael Mann – oder, generell, einem Genrefilm der 70er Jahre herrühren können. Schließlich ist der "letzte Job" nichts, womit man sich brüstet, verweist dieser wiederum auf einen "allerletzten" und dieser zum "ganz großen Coup", der die Katastrophe orchestriert. Ähnlich ergeht es Baby. Die Fänge seines Arbeitgebers Doc (Kevin Spacey kalauert sich grimmig bis zum Schmelzpunkt) kann er nur schwer von sich weisen. Das Arrangement der Crew, in der Baby den "Fahrer" (eben den "Driver") verkörpert, ist amüsant, spritzig, anekdotisch ausufernd, nie zu postmodern. Wright nämlich träufelt der Postmoderne stets einen Schuss Hingabe auf deren Haupt. "Baby Driver" manövriert sich durch eine Wright-Kunstwelt. Aber dies vermag der Film ohne ein Zeichen von Anbiederung zu meistern.

Vorerst. Wie gesagt. Wright kann es nicht dabei bewenden. Wo in den Filmen Frankenheimers, Hills, Manns die moralisch halbseidenen Charaktere insbesondere Abstraktionen waren, die mit ihren Handlungen, Gedanken auf eine Ethik über sie (und die Straße) hinaus schließen ließen, muss Wright Baby psychologisieren, ihm die Chance geben, Mensch zu werden, während der Zuschauer sukzessive eine Coming-of-Age-Bewusstwerdungsschmonzette sieht. Denn Baby verliebt sich. Irgendwann. In eine Kellnerin (Lily James), und es wird klar, dass Baby gar nicht der knallharte Typ ist, der er zu sein schien. Sein Abdriften in den Wellengang der Musik hat einen tragischen Hintergrund, und nebenbei kümmert er sich um seinen tauben Adoptivvater Joseph (CJ Jones). Einige dieser rührseligen Episoden, die Wright zwar sanft herausarbeitet, unterliegen jedoch einem enger geschnürten Korsett, viel zu viel Plot abzuwickeln. Für einen Film, der sich verlieren, aber gleichzeitig verlieben möchte, erreicht diese bodenständige(re) Aussteigerfantasie nicht vollends das gewünschte Resultat.

Der originäre Zugriff, das Kino zu seinen ursprünglichen Ingredienzien – denen der Bewegung, des Bilderstroms, denen choreografierter Wundertütendinge – zu leiten, geht in "Baby Driver" nur dort auf, wo sich die Geschichte traut, nicht mehr Geschichte zu sein. Andernfalls sehen wir einen Protagonisten, der der Chiffre abgeschworen hat. Er kämpft um die Liebe, den Ausstieg, stellt sich den Konsequenzen. Stellt sich dem Vertrauen, das erschüttert wurde. Bonny und Clyde reloaded. "Baby Driver" ist Musik, gleichzeitig Schlager, ein Mixtape (aus Gesagtem), gleichzeitig ein Zusammenschnitt aus Vergangenem und Zukünftigem, der fatalste Fatalität gegen das Engagement, sein Schicksal zu ändern, eintauscht. Ein Zwitterwesen, genau wie Baby, das merklich unrund Kurven schneidet. Wright gelang kein schlechter Film, ihm ist das pumpende Herz anzumerken, für Sonderlinge, ein schnittiges Tempo, die Genreliebe. Am Ende gleichwohl ist die Gewalt vielleicht ein bisschen zu krass, das Mixtape zu vorhersehbar – und die Musik vielleicht ein bisschen zu laut.

6 | 10

Sonntag, 30. Juli 2017

Fernsehtipps Film (31.07. - 06.08.2017)


MONTAG, 31.07.2017

"El Perdido" [01:10 Uhr, NDR]
(USA 1961 | Robert Aldrich)

"Lost in Translation" [20:15 Uhr, ONE]
(J, USA 2003 | Sofia Coppola)

"Pelle, der Eroberer" [20:15 Uhr, Arte]
(DK, S 1987 | Bille August)

"Deutschland im Jahre Null" [22:40 Uhr, Arte]
(I, D, F 1948 | Roberto Rossellini)

"Ein Leben für ein Leben - Adam Hundesohn" [23:15 Uhr, HR]
(D, USA, ISR 2008 | Paul Schrader)

"Looping" [23:55 Uhr, ZDF]
(D 2016 | Leonie Krippendorff)

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DIENSTAG, 01.08.2017

"Eraser" [00:15 Uhr, Kabel]
(USA 1996 | Chuck Russell)

"Der Schrei" [00:30 Uhr, MDR]
(I, USA 1957 | Michelangelo Antonioni)

"The Life and Death of Peter Sellers" [01:00 Uhr, Arte]
(USA, GB 2004 | Stephen Hopkins)

"The Loft" [22:45 Uhr, ARD]
(USA, B 2014 | Erik Van Looy)

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MITTWOCH, 02.08.2017

"Hideaways - Die Macht der Liebe" [20:15 Uhr, Tele 5]
(IRL, F, S 2011 | Agnès Merlet)

"Mein Herz tanzt" [20:15 Uhr, Arte]
(ISR, D, F 2014 | Eran Riklis)

"Félix & Maria" [21:50 Uhr, Arte]
(CDN 2014 | Maxime Giroux)

"Die letzten Männer von Aleppo" [23:00 Uhr, ARD]
(DK, SYR 2017 | Feras Fayyad, Steen Johannessen)

"Im Strahl der Sonne" [23:00 Uhr, Phoenix]
(CZ, RUS, D, LET, VR-KOR 2015 | Vitaliy Manskiy)

"Terminator" [23:20 Uhr, Kabel]
(USA, GB 1984 | James Cameron)

"Das weiße Band" [23:45 Uhr, HR]
(D, Ö, F, I 2009 | Michael Haneke)

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DONNERSTAG, 03.08.2017

"The Doors" [00:25 Uhr, HR]
(USA 1991 | Oliver Stone)

"Planet der Affen" [20:15 Uhr, Kabel]
(USA 1968 | Franklin J. Schaffner)

"Con Air" [22:05 Uhr, VOX]
(USA 1997 | Simon West)

"Rückkehr zum Planet der Affen" [22:30 Uhr, Kabel]
(USA 1970 | Ted Post)

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FREITAG, 04.08.2017

"Flucht vom Planet der Affen" [00:20 Uhr, Kabel]
(USA 1971 | Don Taylor)

"The Golden Door - Aufbruch in die Neue Welt" [00:35 Uhr, ARD]
(I, F 2006 | Emanuele Crialese)

"Eroberung vom Planet der Affen" [02:15 Uhr, Kabel]
(USA 1972 | J. Lee Thompson)

"Frenzy" [22:00 Uhr, 3sat]
(GB 1972 | Alfred Hitchcock)

"Und wieder 48 Stunden" [23:15 Uhr, ZDF NEO]
(USA 1990 | Walter Hill)

"Land of the Dead" [23:45 Uhr, RTL II]
(USA, F, CDN 2005 | George A. Romero)

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SAMSTAG, 05.08.2017

"Das Mädchen Julius" [00:00 Uhr, HR]
(F, I 1970 | Tonino Valerii)

"Ritter aus Leidenschaft" [20:15 Uhr, RTL II]
(USA 2001 | Brian Helgeland)

"Ein ungezähmtes Leben" [20:15 Uhr, Servus TV]
(USA, D 2005 | Lasse Hallström)

"Cleopatra" [22:05 Uhr, Sat. 1 Gold]
(USA, GB, CH 1963 | Joseph L. Mankiewicz)

"Das tote Mädchen" [22:10 Uhr, Servus TV]
(USA 2006 | Karen Moncrieff)

"Vanilla Sky" [23:40 Uhr, Sat. 1]
(USA, E 2001 | Cameron Crowe)

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SONNTAG, 06.08.2017

"James Bond 007 - Liebesgrüße aus Moskau" [00:00 Uhr, ZDF]
(GB 1963 | Terence Young)

"Hesher - Der Rebell" [00:05 Uhr, 3sat]
(USA 2010 | Spencer Susser)

"The Fog - Nebel des Grauens" [01:20 Uhr, RBB]
(USA 1980 | John Carpenter)

"Jerry Maguire - Spiel des Lebens" [02:40 Uhr, ARD]
(USA 1996 | Cameron Crowe)

"White House Down" [20:15 Uhr, RTL]
(USA 2013 | Roland Emmerich)

"Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" [20:15 Uhr, Sat. 1]
(USA 2008 | Steven Spielberg)

"Peeping Tom - Augen der Angst" [20:15 Uhr, Arte]
(GB 1960 | Michael Powell)

"White Squall - Reißende Strömung" [20:15 Uhr, Tele 5]
(USA 1996 | Ridley Scott)

"Familiengrab" [21:45 Uhr, 3sat]
(USA 1976 | Alfred Hitchcock)

"The Final Girls" [22:35 Uhr, RTL II]
(USA 2015 | Todd Strauss-Schulson)

"Der Soldat James Ryan" [22:45 Uhr, Sat. 1]
(USA 1998 | Steven Spielberg)

"Shaun of the Dead" [22:50 Uhr, Arte]
(GB, F 2004 | Edgar Wright)

"Der Smaragdwald" [22:55 Uhr, Tele 5]
(GB 1985 | John Boorman)

rot: besondere Empfehlung vom Autor des Hauses; teils sehr selten oder gar erstmals im TV

[Angaben ohne Gewähr]

Montag, 24. Juli 2017

Fernsehtipps Film (24.07. - 30.07.2017)


MONTAG, 24.07.2017

"Der Richter" [20:15 Uhr, ARD]
(USA 2014 | David Dobkin)

"Mohammed - Der Gesandte Gottes" [20:15 Uhr, Arte]
(LIBA, KUW, MAR, GB 1976 | Moustapha Akkad)

"Zärtlichkeit" [23:05 Uhr, Arte]
(B, F, D 2013 | Marion Hänsel)

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DIENSTAG, 25.07.2017

"Agenten-Poker" [01:00 Uhr, MDR]
(I, F 1966 | Paolo Bianchini)

"Good Morning, Vietnam" [20:15 Uhr, RTL Nitro]
(USA 1987 | Barry Levinson)

"Die Verdammten des Krieges" [22:30 Uhr, RTL Nitro]
(USA 1989 | Brian De Palma)

"Mörderland" [22:35 Uhr, Tele 5]
(E 2014 | Alberto Rodríguez)

"Ex Machina" [23:00 Uhr, ZDF]
(GB, USA 2015 | Alex Garland)

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MITTWOCH, 26.07.2017

"Dancer in the Dark" [00:50 Uhr, Tele 5]
(DK, D, F, S 2000 | Lars von Trier)

"Lautlos im Weltall" [01:00 Uhr, ZDF]
(USA 1972 | Douglas Trumbull)

"Superman Returns" [20:15 Uhr, Kabel]
(USA 2006 | Bryan Singer)

"Die süße Gier" [20:15 Uhr, Arte]
(I, F 2013 | Paolo Virzì)

"Das Licht der Weisheit" [22:00 Uhr, Arte]
(F, I 2014 | Eugène Green)

"Open Range - Weites Land" [23:30 Uhr, BR]
(USA 2003 | Kevin Costner)

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DONNERSTAG, 27.07.2017

"Leichen pflastern seinen Weg" [00:25 Uhr, WDR]
(I, F 1968 | Sergio Corbucci)

"The Gift" [20:15 Uhr, Pro 7]
(USA, AUS, CHINA 2015 | Joel Edgerton)

"Predator" [22:20 Uhr, Kabel]
(USA 1987 | John McTiernan)

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FREITAG, 28.07.2017

"Red Heat" [00:30 Uhr, Kabel]
(USA 1988 | Walter Hill)

"Dohee - Weglaufen kann jeder" [00:30 Uhr, Arte]
(KOR 2014 | July Jung)

"Orca - Der Killerwal" [01:55 Uhr, ARD]
(USA, NL 1977 | Michael Anderson)

"Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist" [20:15 Uhr, Arte]
(Ö 2015 | Andreas Prochaska)

"Tödliches Kommando - The Hurt Locker" [22:10 Uhr, Kabel Doku]
(USA 2008 | Kathryn Bigelow)

"Nur 48 Stunden" [23:15 Uhr, ZDF NEO]
(USA 1982 | Walter Hill)

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SAMSTAG, 29.07.2017

"Terminator 2 - Tag der Abrechnung" [01:10 Uhr, RTL II]
(USA, F 1991 | James Cameron)

"Flight" [20:15 Uhr, Pro 7]
(USA 2012 | Robert Zemeckis)

"Alles inklusive" [20:15 Uhr, BR]
(D 2014 | Doris Dörrie)

"Houston" [20:15 Uhr, ONE]
(D, USA 2013 | Bastian Günther)

"Kindergarten Cop" [20:15 Uhr, ZDF NEO]
(USA 1990 | Ivan Reitman)

"Junior" [22:00 Uhr, ZDF NEO]
(USA 1994 | Ivan Reitman)

"Lethal Weapon 3 - Die Profis sind zurück" [22:15 Uhr, Sat. 1]
(USA 1992 | Richard Donner)

"Rocco, der Mann mit den zwei Gesichtern" [22:50 Uhr, Servus TV]
(I, E 1967 | Franco Giraldi)

"Maggie" [22:55 Uhr, RTL II]
(USA, CH 2015 | Henry Hobson)

"James Bond 007 jagt Dr. No" [23:00 Uhr, ZDF]
(GB 1962 | Terence Young)

"Twins - Zwillinge" [23:40 Uhr, ZDF NEO]
(USA 1988 | Ivan Reitman)

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SONNTAG, 30.07.2017

"Chappie" [20:15 Uhr, RTL]
(USA, SAFR 2015 | Neill Blomkamp)

"Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" [20:15 Uhr, Sat. 1]
(USA 1989 | Steven Spielberg)

"Highlander" [20:15 Uhr, Arte]
(GB, USA 1986 | Russell Mulcahy)

"Das verborgene Gesicht" [22:00 Uhr, Sixx]
(KOL, E 2011 | Andrés Baiz)

"Total Recall - Die totale Erinnerung" [22:20 Uhr, Sat. 1]
(USA 1990 | Paul Verhoeven)

rot: besondere Empfehlung vom Autor des Hauses; teils sehr selten oder gar erstmals im TV

[Angaben ohne Gewähr]

Mittwoch, 19. Juli 2017

Serien: "Twin Peaks: The Return" (Folgen 01-09) [USA 2017]


Andere Serien waren Steine, "Twin Peaks" hingegen ein Monolith. Mein Monolith. Nach "Twin Peaks" habe ich zwar mit vielen anderen Serien gekuschelt, von denen ich teils noch liebohnmächtiger wurde, aber das Städtchen Twin Peaks bleibt für immer eine Postkartenerinnerung, deren Urwüchsiges, Aufgeladenes und vor allem heimelig Beladenes mich in wärmende Holzstuben, in die schlimmstenfalls verstellte wie bestenfalls verstrahlte Twin-Peaks-Seifenkiste, lockte. Das sonst provozierende wie knallige Kino David Lynchs entfaltete sich in Twin Peaks unerhört schüchtern, neugierig, sentimental: langatmige Rhythmen, melodramatische Seufzer, Verbrechen und Strafe unter einem Schleier des Ungefähren, dazu der ausgiebige Genuss von (verdammt gutem) Kaffee und (verdammt frischem) Kuchen. "Heil" war in Twin Peaks nur so lange etwas, bis ein roter Vorhang die Gemütlichkeiten der Runde verdeckte. Und doch war das "Suchen" ein Reifeprozess nicht nur der Figuren, auch der Serie – das Resultat derselben führte in ein erneutes Bewusstseinsrätsel, das zunehmend kosmischer die Beschwernisse der Liebe und des Hasses herausforderte.

Eigentlich handelt "The Return", ein aus 18 Episoden auseinandergestückelter Film, betitelt als die (sensationell nach 25 Jahren ein Versprechen eingelöste) dritte Staffel, ebenso von einer "Suche". Einer umgekehrten. Einer, die vielleicht nach Twin Peaks zurückwill, aber vorerst nicht kann. Oder darf. Ist das eine Schwäche, eine Stärke? Ich persönlich fühlte mich nicht heimisch. Was während der Jahrzehnte geschah, war nicht mehr mein Ort, der Kaffee abgestanden, der Kuchen abgepackt. Ich entfremdete mich von Twin Peaks, wurde hin- und hergerissen zwischen Twin Peaks und… New York und… Las Vegas, hin- und hergerissen zwischen der Wärme und der Kälte, obgleich die Wärme selbst kälter geworden ist, entschieden kälter. In den 90ern hat Lynch sein "Twin Peaks" erschaffen. Bonbonfarben, wichtig und seicht, zu ungewollter Stunde hysterisch. Ein Kind der 90er gleichermaßen, aber auch diese ironisierend wie dekonstruierend. Jetzt, 2017, begnügt sich Lynch mit einer Videoinstallation. Unnahbar, gleichwohl keineswegs entbehrlich. "Twin Peaks" anno 2017 bedeutet zuvorderst eine doppelcodierte Suche nach dem Vertrauten. Irgendetwas war da, verschüttet unter Erinnerungen.    

Studie nach dem menschlichen Körper (Francis Bacon, 1949)

Mit Nostalgie gibt sich Lynch entsprechend nicht zufrieden. Glücklicherweise. Nostalgie nachzustellen, wäre ein billiger Trick, "Twin-Peaks"-Atmosphäre herzustellen, die trotzdem anders gewirkt hätte als in den 90ern. Möglicherweise ein wenig forciert, ja verlogen. Die Sichtweise im Rahmen der "neuen" Fassade namens "Twin Peaks" ist eine nicht nur globalisierte (zahlreiche Schauplätze ergeben ein Puzzle an Überschneidungen), sondern auch eine materialistische. Während eine (Monster-)Maschine bewacht werden muss, wackelt Kyle MacLachlan als apathischer Zombie seiner selbst durch ein absurdes bürokratisches Kapitaldelirium. Ein Poster Franz Kafkas im Büro David Lynchs (der abermals den schwerhörigen Gordon Cole spielt) zeigt die Marschroute an, die Methodik, im Abstoßenden des Alltäglichen das Alltägliche des Abstoßenden zu durchleuchten, und zwar durchweg hinter dem roten Vorhang. Der Zuschauer indes schlüpft in die Rolle Dale Coopers (MacLachlan): hier ein Erinnerungsrest, dort ein Erinnerungshäufchen, aber wohlfühlen? Hier? War "Twin Peaks" 1990-1991 an den Atompilzrändern heimisch, bewegt sich das "Twin Peaks" 2017 rigoros zum Atompilzkern. Wie auf einem anderen Poster. Einem anderen Planeten.

MacLachlans übersteuerte Mimik, genauso die steif-schlurfenden Bewegungen, ist köstlich, neuerfinderisch gar. Er, der nach 25 Jahren durch eine Steckdose (!) in Las Vegas endlich den rot ausstaffierten Warte- und Höllensaal überwindet, muss sich erst an seine Umgebung gewöhnen, zu viel weicht von dem ab, woran er glaubte. Die Brutalität, die aufgeweichten Bindungen, das Triebgesteuerte. Nirgendwo mehr Romantik. Dafür allerdings gezieltes Zurechtkommen in einer monströs reglementierten, postpostmodernen Welt, in der der Kaffee portioniert in Pappbecher gehört. Und die Menschen an Spielautomaten vegetieren, den großen Ausschüttungsgewinn vor Augen, der sich nie verwirklicht. Wenn sich Cooper jedoch an die "andere" (postmoderne) Welt erinnert, anhand einer Waffe, des Kaffees vor allem, wünscht man ihm, nein: erhofft man sich die endgültige Transformation zum "echten" Dale Cooper. Zum echten "Twin Peaks" fern aller Demenz. Bis dahin ist es weit, umso emotionaler das Gewicht jener Sehnsuchtsfetzen. So denkt Bobby (Dana Ashbrook) an einer Stelle an Laura (Sheryl Lee). Auch weil Angelo Badalamenti diesen Moment schmelzend begleitet, zerfließt dieser im Wahnhaften des Gegenwärtigen – und wird wahrhaftig. 




Diesmal mag "Twin Peaks" mit aller defätistischen Weitsicht eine logische Fortführung des späten David Lynch sein, den humanistischen Überzucker aufzulösen und stattdessen ein vertracktes theoretisches Zeichensystem zu etablieren, das jedes Schnittbild eine Spur zu spät verpasst, jede Szene eine Spur zu lang aufrechterhält. Mit der Feststellung einer Ballung des gesamten David-Lynch-Kosmos, wie sie sich Stück für Stück entblättert, wird man diesem "Twin Peaks" aber eher gerecht. Die Komik vieler seiner Werke maßlos übersteigernd (zum Beispiel während eines großartig getimten Pointenwettstreits am Frühstückstisch), adaptiert Lynch gleichzeitig leise Anklänge eines Hardboiled-Krimis entlang nächtlicher Straßenmarkierungen. Denn Cooper – ihn gibt es zweimal. Diese Aufspaltung scheint paradigmatisch für das Verständnis der Serie, dass Gut und Böse geografisch getrennt sein mögen, aber dennoch in der eigenen Brust walten, wann immer sie wollen. "Bad Coop" ist dabei die wilde, sinnliche Umkehrung dessen, was "Good Coop", öde, fleischlos, antreibt. Die langen, unkontrollierten Haare, der tückische Blick, das Rohe seiner Gewalt – war dies 25 Jahre vorher vom Nichtechten aufgefangen worden, ist es nun die Welt als solche.

Eine gänzlich naturalistische Deformation des Magischen (oder: des magischen Realismus, je nachdem) sah Lynch aber auch nicht vor. Die ersten neun Folgen sind irritierend genug, gerade in ihrer Ambition, das Geheimnis (per Glockenschlag) zu lüften. Der Gefahr der Entmythologisierung setzt sich Lynch folglich aus, sicher. Sobald Dämonen das Gefüge erschüttern, hat der kraushaarige Avantgardist weitaus mehr handwerkliche Möglichkeiten, dies zu zelebrieren. Selten kippt "Twin Peaks" hierbei ins Künstliche. Wie bei einem sprechenden Baum. Häufiger betont er hiermit vielmehr die ewige liebesgeschichtliche Verschmelzungsdialektik der Reinheit mit der Zersetzung: Bob (ehemals Frank Silva) und Laura (Lee) vervollkommnen sich zu deterministischen, überirdischen Konstrukten. Sie, die (in einem hemmungslos romantischen, buchstäblich naturreinen Tableau) auf die Erde geschickt wurde, um den Widerpart von ihm zu verkörpern. Die Abschirmungsmaßnahme gegen den Urknall. Der erschöpfend diskutierte achte Part beschwört eine Seinsvergessenheit, wie sie nie im Fernsehen derartig zu sehen war. 




Das mikrofeine Gewusel, die blitzartigen Wirbel, das Partikelgestochere, als wenn Lynch eine Brakhage'sche Reagenzglasbrühe zusammengebraut hat und deren Reaktion betrachtet: Konnte "Twin Peaks" Gut und Böse anhand eines ländlichen, affirmativen Naturlebens beurteilen, das unter Zugzwang gerät, wenn die Idylle zu idyllisch wird? Ja, konnte es. Aber das reicht Lynch nicht, zumindest jetzt nicht (mehr). Laura Palmer, einst Chiffre für das Unsagbare, für das Unfassliche, für die Wolke, die einen blauen Himmel verschmutzt, ist Lynchs Aufhänger, das Gute, gleichfalls wie das Böse genealogisch zu erforschen – und hiermit "Twin Peaks" an dessen Wurzel zu packen, herauszureißen quasi. Ob mir das gefällt, tritt hinter den Reigen, den Lynch entfesselt. Im All, auf einer Glocke, in irrealen, stockenden, aufplatzenden Schwankungen, Störungen, Entgleisungen. David Lynch möchte uns nach Twin Peaks bringen, ohne dass wir uns gleich in Twin Peaks einrichten können. Zugleich will er "Twin Peaks", auch Twin Peaks verstehen (lernen), Ungeklärtes klären, die Lücke schließen, beispielsweise die Diane-Lücke. Lynch wendet sich der Universalsprache zu.

Der in Part acht prominent platzierte Käfer steht zweifellos für eine Metamorphose, die in mehrfacher Hinsicht das Glück dieses Revivals bedeutet. Älter geworden sind viele, unsere, meine Schauspieler (Dana Ashbrook), Figuren (als Polizist!), Menschen. Viele von ihnen bereichern nicht mehr Twin Peaks, sie bevölkern es. Nebenbei. Das Spielfeld ist größer, Bedeutung, Sein überall. Aber das Älterwerden, die Verwandlung hinderte Lynch nicht daran, mit bis zum Anschlag aufgedrehtem Subwoofer einerseits wagemutig, andererseits voller tröstlicher Offenherzigkeit eine Persiflage zur Parabel auszuweiten – nicht in einer Farbe, in einem Ton. In Tönen innerer suggestiver Logik, wie sie Diane (Laura Dern) als Nagellack trägt. "Twin Peaks" in diesem Mythenkarussell wiederzusehen, tat weh, weil die Serie, die ihren Erlebnishorizont gar zu steigern vermochte, den Boden damaligen Saatguts aufreißt. Daraus resultierte ein experimentelles Vervielfältigungsprozedere, das Narzissmen freisetzt, gleichwohl seltsamerweise statt einer Form anfänglichen Heimwehs einen Kompromiss von einem, gewohntermaßen, heimtückischen Ersatzzuhause vorschlägt. Angenommen. 

Montag, 17. Juli 2017

Fernsehtipps Film (17.07. - 23.07.2017)


MONTAG, 17.07.2017

"Die rote Laterne" [20:15 Uhr, Arte]
(CHINA, HK, TAIW 1991 | Yimou Zhang)

"Jappeloup - Eine Legende" [22:50 Uhr, MDR]
(F, CDN 2013 | Christian Duguay)

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DIENSTAG, 18.07.2017

"Kids - In den Straßen New Yorks" [00:55 Uhr, MDR]
(USA 2006 | Dito Montiel)

"Stand by Me - Das Geheimnis eines Sommers" [20:15 Uhr, Super RTL]
(USA 1986 | Rob Reiner)

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MITTWOCH, 19.07.2017

"Her" [20:15 Uhr, Arte]
(USA 2013 | Spike Jonze)

"Tod auf dem Nil" [20:15 Uhr, ONE]
(GB 1978 | John Guillermin)

"Gracia Patricia - Fürstin von Monaco" [20:15 Uhr, ARD]
(F, USA, B, I, CH 2014 | Olivier Dahan)

"Lost in Translation" [23:30 Uhr, BR]
(J, USA 2003 | Sofia Coppola)

"Wenn die Gondeln Trauer tragen" [23:30 Uhr, HR]
(GB, I 1973 | Nicolas Roeg)

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DONNERSTAG, 20.07.2017

"El Perdido" [00:25 Uhr, WDR]
(USA 1961 | Robert Aldrich)

"Melaza" [00:45 Uhr, Arte]
(F, PAN, KUBA 2012 | Carlos Lechuga)

"Enthüllung" [20:15 Uhr, Kabel]
(USA 1994 | Barry Levinson)

"Chocolat" [20:15 Uhr, Disney Chan.]
(USA, GB 2000 | Lasse Hallström)

"Das finstere Tal" [22:25 Uhr, 3sat]
(Ö, D, I 2014 | Andreas Prochaska)

"Nikita" [23:50 Uhr, Tele 5]
(F, I 1990 | Luc Besson)

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FREITAG, 21.07.2017

"Der Junge im gestreiften Pyjama" [20:15 Uhr, Kabel Doku]
(USA, GB 2008 | Mark Herman)

"Planet der Affen: Prevolution" [20:15 Uhr, Pro 7]
(USA 2011 | Rupert Wyatt)

"It Follows" [22:00 Uhr, 3sat]
(USA 2014 | David Robert Mitchell)

"Krieg der Welten" [22:20 Uhr, Pro 7]
(USA 2005 | Steven Spielberg)

"Arlington Road" [23:30 Uhr, ZDF NEO]
(USA 1999 | Mark Pellington)

"Hausboot" [23:35 Uhr, BR]
(USA 1958 | Melville Shavelson)

"Excision" [23:35 Uhr, 3sat]
(USA 2012 | Richard Bates Jr.)

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SAMSTAG, 22.07.2017

"24 Hour Party People" [00:15 Uhr, Arte]
(GB 2002 | Michael Winterbottom)

"Topas" [01:20 Uhr, ZDF]
(USA 1969 | Alfred Hitchcock)

"Sister Act" [20:15 Uhr, VOX]
(USA 1992 | Emile Ardolino)

"Die vier Federn" [20:15 Uhr, Servus TV]
(USA, GB 2002 | Shekhar Kapur)

"Mäusejagd" [20:15 Uhr, Super RTL]
(USA 1997 | Gore Verbinski)

"Miami Vice" [22:15 Uhr, ZDF NEO]
(USA, URU, PARA, D 2006 | Michael Mann)

"Der Teufelshauptmann" [22:40 Uhr, Servus TV]
(USA 1949 | John Ford)

"James Bond 007: Lizenz zum Töten"
[23:00 Uhr, ZDF]
(GB, USA 1989 | John Glen)

"Wallers letzter Gang" [23:40 Uhr, BR]
(BRD 1989 | Christian Wagner)

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SONNTAG, 23.07.2017

"Last Man Standing" [00:35 Uhr, Sat. 1]
(USA 1996 | Walter Hill)

"Outrage" [01:45 Uhr, 3sat]
(J 2010 | Takeshi Kitano)

"Lethal Weapon 2 - Brennpunkt L.A." [02:15 Uhr, Sat. 1]
(USA 1989 | Richard Donner)

"Winchester '73" [02:30 Uhr, ZDF]
(USA 1950 | Anthony Mann)

"Der Glanz des Hauses Amberson" [02:35 Uhr, Servus TV]
(USA 1942 | Orson Welles)

"Hautnah" [03:40 Uhr, RTL II]
(USA, GB 2004 | Mike Nichols)

"Die üblichen Verdächtigen" [04:10 Uhr, ZDF NEO]
(USA, D 1995 | Bryan Singer)

"Severance - Ein blutiger Betriebsausflug" [04:15 Uhr, Pro 7]
(GB, UNG, D 2006 | Christopher Smith)

"Lone Ranger" [20:15 Uhr, RTL]
(USA 2013 | Gore Verbinski)

"Die Queen" [20:15 Uhr, Arte]
(GB, USA, F, I 2006 | Stephen Frears)

"The Fan" [20:15 Uhr, Tele 5]
(USA 1996 | Tony Scott)

"My One and Only - Auf der Suche nach Mr. Right" [22:15 Uhr, 3sat]
(USA 2009 | Richard Loncraine)

rot: besondere Empfehlung vom Autor des Hauses; teils sehr selten oder gar erstmals im TV

[Angaben ohne Gewähr]

Freitag, 14. Juli 2017

"Final Portrait" [GB 2017]


Künstlertristesse hier, Künstlertristesse da: "Ich will fertigwerden, aber ich kann es nicht!" Stanley Tucci hat einen Film darüber gedreht, ein Kammerspiel, einen asymmetrischen Clash zweier Unfertiger. Die Leinwand verhält sich nicht so, wie der Künstler es will. Aus jedem Frame schreit es aus Geoffrey Rush: "Scheiße!" Wegstreichen, neu anfangen. Weiß, schwarz. Zeichnungen verbrennen, Geld verstecken. Rush spielt Rush in buchstäblich gewohntem manieriertem Leiden. Ist damit gleichzeitig Alberto Giacometti gemeint, dieser in sich gekehrte, reflektierte, grüblerisch philosophierende und theoretisierende Praktiker? Nur unzureichend. Das Aufgeplusterte Rushs muss stattdessen ein Gegengift zur wahrlich steifen (!) Sitztherapie Arnie Hammers darstellen, der Modell sitzt für ein Porträt, ein Giacometti-Porträt. Das nie fertig wird. Tuccis Film spielt mit derlei Zeitverzögerungen und -spaltungen, fiebert um einen perpetuierenden Herstellungsprozess, der die Wichtigkeit dessen sekundiert, warum Porträtmalerei Giacometti unbefriedigt lässt: Ein Abbild ist ein Abbild, nichts Sehbares, sondern Einsehbares. Wie an anderen Stellen (Giacomettis französische Teilzeitfreundin, gespielt von Clémence Poésy, überdreht über das Erträglichkeitsmaß hinaus) verklickert "Final Portrait" dies auch dem letzten Zuschauer, denn an, zum Beispiel, mehreren Gesichtspartien Hammers vermag sich die Kamera partout nicht sattzusehen. Das altmodische, charmant-überlebte Szenenbild gleichwohl ist ein Trumpf Tuccis, der sich dem quälend Künstlerischen lautmalerisch anschleicht. Bis zur Raserei. In urzeitlichem Ambiente.   

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