Mittwoch, 22. Februar 2017

"Das Narrenschiff" / "Ship of Fools" [USA 1965]


Zu Beginn wendet sich der scharfsinnige Zwerg Michael Dunn zu uns, dem Publikum. Vielleicht erkenne sich der ein oder andere in jenem Schiffspersonal, mit dem wir eine fast zweieinhalbstündige Reise antreten, offenbart er. Er hätte auch sagen können: "Endlich haben Sie es geschafft, die erste Schicht Erde abzutragen, um auf diesen Rohdiamanten zu stoßen." Bis vor kurzem spielte "Das Narrenschiff" trotz einer jegliche Naht sprengenden Besetzung keine große Rolle, als der Film endlich das Licht des Bewusstseins auf einer deutschen DVD erblickte. Weil Michael Dunn kleinwüchsig ist, passt es umso lakonischer, dass Stanley Kramer einen reinen, psychologisch höchst raffinierten Schauspielerfilm im Auge hatte, der eine romantisch-utopische Erbauungsfantasie spinnt, zugleich aber die "kleinen", niederträchtigen Frustrationen einer jeden Klassenideologie bloßlegt. Stellenweise nähert sich das "Narrenschiff" zwar dem "Traumschiff": Besitztum, zarte Liebesgeständnisse, ein Hauch Kitsch. Aber, und darauf sei insbesondere in Hinsicht auf Kramers früher erschienenen, breiter angelegten "Das Urteil von Nürnberg" hingewiesen, erforscht der Film die Voraussetzungen im gut situierten Bürgertum, auf welchem Nährboden antisemitische Tendenzen fußten. Als historische Studie eignet sich "Das Narrenschiff" dennoch kaum – zu überzeichnet drehen, beispielsweise, ein urgewaltiger Lee Marvin (eine "Type"), ein absolutistischer José Ferrer sowie ein naiver Heinz Rühmann am Schiffssteuer, wodurch erquicklich die Wellen schäumen.   

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Sonntag, 19. Februar 2017

Fernsehtipps Film (20.02. - 26.02.2017)


MONTAG, 20.02.2017

"Slither" [03:20 Uhr, RTL II]
(CDN, USA 2006 | James Gunn)

"Weites Land" [20:15 Uhr, Arte]
(USA 1958 | William Wyler)

"Frozen Ground - Eisiges Grab" [22:15 Uhr, ZDF]
(USA 2013 | Scott Walker)

"Alice und das Meer" [22:55 Uhr, Arte]
(F 2014 | Lucie Borleteau)

"Sommer in Orange" [23:15 Uhr, NDR]
(D 2011 | Marcus H. Rosenmüller)

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DIENSTAG, 21.02.2017

"Last Samurai" [01:10 Uhr, Kabel]
(USA 2003 | Edward Zwick)

"Away We Go - Auf nach Irgendwo" [23:40 Uhr, WDR]
(USA, GB 2009 | Sam Mendes)

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MITWOCH, 22.02.2017

"Super - Shut Up, Crime!"
[00:05 Uhr, Tele 5]
(USA 2010 | James Gunn)

"Die bleierne Zeit" [00:35 Uhr, ARD]
(BRD 1981 | Margarethe von Trotta)

"Fletcher's Visionen" [20:15 Uhr, Kabel]
(USA 1997 | Richard Donner)

"Der Retter" [20:15 Uhr, Arte]
(F 2009 | Xavier Giannoli)

"Das Leben der Anderen" [22:25 Uhr, 3sat]
(D 2006 | Florian Henckel von Donnersmarck)

"Payback - Zahltag" [23:00 Uhr, Kabel]
(USA 1999 | Brian Helgeland)

"Tod den Hippies - Es lebe der Punk!" [23:15 Uhr, Arte]
(D 2015 | Oskar Roehler)

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DONNERSTAG, 23.02.2017

"Doberman" [00:10 Uhr, Tele 5]
(F 1997 | Jan Kounen)

"Men in Black" [20:15 Uhr, VOX]
(USA 1997 | Barry Sonnenfeld)

"Die Spiegel-Affäre" [23:15 Uhr, Arte]
(D 2014 | Roland Suso Richter)

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FREITAG, 24.02.2017

"Der Junge mit dem Fahrrad" [00:35 Uhr, RBB]
(B, F, I 2011 | Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne)

"Im Auftrag des Teufels" [01:45 Uhr, Kabel]
(USA, D 1997 | Taylor Hackford)

"A Crime - Späte Rache" [01:55 Uhr, MDR]
(F, USA 2006 | Manuel Pradal)

"Zug um Zug" [20:15 Uhr, Arte]
(GB 2014 | John Alexander)

"Ghostbusters" [20:15 Uhr, RTL II]
(USA 1984 | Ivan Reitman)

"Ghostbusters II" [22:25 Uhr, RTL II]
(USA 1989 | Ivan Reitman)

"Pulp Fiction" [22:35 Uhr, 3sat]
(USA 1994 | Quentin Tarantino)

"Der Schut" [23:00 Uhr, BR]
(BRD, F, I, JUG 1964 | Robert Siodmak)

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SAMSTAG, 25.02.2017

"Cabaret" [20:15 Uhr, 3sat]
(USA 1972 | Bob Fosse)

"Die Verurteilten" [20:15 Uhr, VOX]
(USA 1994 | Frank Darabont)

"Herr der Gezeiten" [20:15 Uhr, Servus TV]
(USA 1991 | Barbra Streisand)

"Winnetou" [20:15 Uhr, MDR]
(BRD, JUG, I, F 1963 | Harald Reinl)

"Winnetou II" [21:50 Uhr, MDR]
(BRD, JUG, I, F 1964 | Harald Reinl)

"Wer früher stirbt, ist länger tot" [21:59 Uhr, BR]
(D 2006 | Marcus H. Rosenmüller)

"Anatomie" [22:20 Uhr, Tele 5]
(D 2000 | Stefan Ruzowitzky)

"Ca$h" [22:35 Uhr, Servus TV]
(USA 2010 | Stephen Milburn Anderson)

"Unbeugsam - Defiance" [23:30 Uhr, Pro 7]
(USA 2008 | Edward Zwick)

"Kill Bill - Volume 1" [23:30 Uhr, ZDF NEO]
(USA 2003 | Quentin Tarantino)

"Der Tank" [23:50 Uhr, RBB]
(USA 1984 | Marvin J. Chomsky)

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SONNTAG, 26.02.2017

"Hotel Ruanda" [00:35 Uhr, Servus TV]
(USA, SAFR, GB, I, CDN 2004 | Terry George)

"Kill Bill - Volume 2" [01:10 Uhr, ZDF NEO]
(USA 2004 | Quentin Tarantino)

"The Saint - Der Mann ohne Namen" [01:55 Uhr, Pro 7]
(USA 1997 | Phillip Noyce)

"Leergut" [02:25 Uhr, ARD]
(CZ, GB, DK 2007 | Jan Sverák)

"Tarantula" [02:35 Uhr, ZDF]
(USA 1955 | Jack Arnold)

"Broken Land" [02:45 Uhr, Arte]
(CH, USA 2014 | Stéphanie Barbey)

"Rebecca" [20:15 Uhr, Arte]
(USA 1940 | Alfred Hitchcock)

"School of Rock" [20:15 Uhr, Pro 7 Maxx]
(USA, D 2003 | Richard Linklater)

"Das verflixte siebte Jahr" [20:15 Uhr, Disney Chan.]
(USA 1955 | Billy Wilder)

"Vicky Cristina Barcelona" [21:45 Uhr, 3sat]
(USA, E 2008 | Woody Allen)

"Freeway" [22:20 Uhr, Tele 5]
(USA 1996 | Matthew Bright)

"Isango Ensemble: La Bohème" [23:15 Uhr, Arte]
(SAFR, D, GB 2015 | Mark Dornford-May)

"Unheimliche Begegnung der dritten Art" [23:15 Uhr, 3sat]
(USA 1977 | Steven Spielberg)

"Red Rock West" [23:35 Uhr, NDR]
(USA 1993 | John Dahl)

rot: besondere Empfehlung vom Autor des Hauses; teils sehr selten oder gar erstmals im TV

[Angaben ohne Gewähr]

Freitag, 17. Februar 2017

Dokumentation: "Francofonia" [F, D, NL 2015]


Jean-Luc Godard hält diese tote Gattung am Leben, packt sie am Schlafittchen, unterminiert gleichzeitig die Unterhaltungssentenzen des Kinos. Wenigstens er. Der assoziative Essayfilm gerann unter seiner Regie (oder: Nichtregie) zu einem explosiven Meinungsgemisch, zu einem zittrigen Gewusel aus Reflexionen und Störungen. Mit "Francofonia" kehrt der Essayfilm für eine überschaubare Anzahl an Zuschauern zurück in den Mittelpunkt des Interesses. Über Geschichts- wie Weltverschränkungen hinwegtosend, besucht Aleksandr Sokurov nach der Eremitage ("Russian Ark") nunmehr den Pariser Louvre, erzählt auf dessen Sockel die Geschichte zweier scheinbar ungleicher Männer während der Okkupationszeit der Nazis und komponiert eine Hymne an die Humanität weltkriegsüberdauernder Kunst. Wie in "Russian Ark", gleichwohl bodenständiger montiert, schwelgt der Filmemacher in kunsthistorischen Ausgestaltungen, die staunend dem Bildrand entrissen werden: in den Augen der Mona Lisa, in den Städtetotalen von Paris, in den Ornamenten metaphysischer Allgegenwärtigkeit. Wo "Russian Ark" romantische Vergangenheitssehnsüchte heraufbeschwor, so engagiert sich "Francofonia" für das Erhalten dieser Sehnsüchte.

Beiden aber ist eine entpolitisierte Fadheit eingeschrieben. Der Essayfilm hat sich verändert, entscheidend verändert. Sokurov selbst ist es, der das Publikum metareflexiv darauf hinweist, irgendwann einmal genug zu haben, genug von einer einlullenden Erzählstimme, genug vom traumwandlerischen Palaver, das Sokurov dem Bilderstrom zuführt. Die provokante, widernatürliche Kraft Godards erreicht "Francofonia" beispielsweise nie, dafür wagt er sich nirgends an ein destruktiveres Ausfransen übereinander gelagerter Tendenzen. Lieber ist "Francofonia" ganz der brave Schwiegersohn zu Besuch, der redet, wenn er reden muss, und plaudert, wenn er wieder unter seinesgleichen ist, verloren in seiner eigenen künstlerischen Emphase. Jene nachgedrehten und als Archivmaterial verfremdeten Grabenkämpfe zwischen Jacques Jaujard (Louis-Do de Lencquesaing), dem Leiter des Louvre, und Franz Wolff-Metternich (Benjamin Utzerath), dem Leiter des "Kunstschutzes", die schlussendlich eine ideologische Einigkeit herstellen sollten, weisen demgemäß wenig Erhellendes, wenig Handfestes, wenig Verschlagenes auf, tangieren durch ihre angestrengte, bleierne Ernsthaftigkeit beinah seifigen deutschen Bewältigungsmief, auf dem das zweifelhafte Prädikat "historisch bedeutsam" prangt.

Sokurovs gediegene Stoffsammlung erfreut sich nichtsdestotrotz an ihren manchmal exzentrisch wuchernden Erhebungen, sobald dieser Essay seine geschichtliche Geisteslinie verlässt. Wir sehen den Filmemacher als allegorisches Teilstück des großen Ganzen, wie er in seinem Arbeitszimmer wuselt, grübelt und mit einem Freund in Verbindung steht, der einer Containerüberfahrt beiwohnt. Angesichts des stürmischen Wetters bricht die Kommunikation ständig zusammen, ein Echo aus dem Vergangenen: die Rettung von (Kultur-)Gut bar aller Widerstände. "Zeit" hat nicht mehr länger eine chronologische, lineare Dimension, sondern eine "zerknitternde", eine "fügende", und auch im Zusammenspiel von Napoleon (Vincent Nemeth) und Marianne (Johanna Korthals Altes), die schlagartig "auferstehen" und den Wahlspruch der Französischen Republik enthusiastisch skandieren, wird deutlich, wie unumwunden Sokurov an den Gemeinsinn glaubt, Kunst zu retten und Kultur bewahren zu müssen. Aber vielleicht hätte "Francofonia" noch ein wenig mehr zu "Russian Ark" werden können, weil sich in den Überresten des visuell aufregenden, da schnittlosen Vorgängerfilms ein ebenso aufregend umrahmendes Genießen ansammelt, an den Häuserfassaden von Paris entlang zu schweben, ein Genießen im Dekor, in der völligen Zeitwillkür.

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Mittwoch, 15. Februar 2017

"Die neun Pforten" / "The Ninth Gate" [F, E 1999]


Umschreiben ließe sich "Die neun Pforten" mit einer dezidiert antiquarischen "Bücher-Atmosphäre": überzeitlich muffig, losgelöst von allen Erschwernissen. Ende der 1990er entstanden, blickt der Film viel, viel weiter zurück. Anhand dessen, wo diese Schnitzel- und Papierjagd stattfindet, in Frankreich, Spanien und Portugal, ergibt dies alles eine gemächlich-gemütliche Grübelei, die von einer fragilen, unbestimmbaren Angst überschattet wird – unter der bürgerlichen Normalität Johnny Depps, seines Zeichens Glaubensskeptiker, öffnen sich die Pforten zum Paradies. Oder zur Hölle. Und nicht erst bei der so trocken ins Bild gerückten "666" als Aufzugsnummer. Mündend in einem sinnenfreudig aufgeladenen Finale, stellt Depps vitalisierender Fimmel, etwa jene Gebärden, Kippen anzuzünden, Schnaps zu vernichten und, wichtiger denn je, die verrutschte Brille zu justieren, ein Unterbrechen, ein hibbeliges Betäuben des sich irrational auf den fanatischen Rationalisten auswirkenden Klimas sicher, das Polanski für gewöhnlich unzweifelhaft "fleischlich" wie samtweich auszustellen weiß, ohne dass die Gefahr, eine okkulte Gefahr, wie sich mehr und mehr andeutet, allzu platt veräußerlicht wird. "Die neun Pforten" stellt sich einer Welt, die der manipulativen, demnach pervertierten Magie Tür und Tor öffnet, in einem verwunschenen Märchen voller Todesbrunnen und freischwebender, loser Blätter, die sich lösen und eine Staubspur hinterlassen. Nicht von dieser Welt, aber das haben Bücher so an sich.   

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Sonntag, 12. Februar 2017

Fernsehtipps Film (13.02. - 19.02.2017)


MONTAG, 13.02.2017

"Der Räuber" [00:25 Uhr, 3sat]
(D, Ö 2010 | Benjamin Heisenberg)

"Fish Tank" [01:50 Uhr, ARD]
(GB 2009 | Andrea Arnold)

"Stratos" [02:00 Uhr, 3sat]
(GR, D, ZYP 2014 | Yannis Economides)

"Im Schatten" [04:10 Uhr, 3sat]
(D 2010 | Thomas Arslan)

"La vie en rose" [20:15 Uhr, ONE]
(F, GB, CZ 2007 | Olivier Dahan)

"Kreuzweg" [20:15 Uhr, Arte]
(D 2014 | Dietrich Brüggemann)

"Die Brautjungfer" [22:00 Uhr, Arte]
(F, D 2004 | Claude Chabrol)

"Die Jagd" [22:15 Uhr, ZDF]
(DK, S 2012 | Thomas Vinterberg)

"Der Fall Judas" [23:50 Uhr, Arte]
(F 2015 | Rabah Ameur-Zaïmeche)

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DIENSTAG, 14.02.2017

"Mary & Max" [00:00 Uhr, WDR]
(AUS 2009 | Adam Elliot)

"Festung" [00:45 Uhr, ZDF]
(D 2011 | Kirsi Liimatainen)

"Höllenhunde des Secret Service" [02:10 Uhr, ARD]
(I, F 1965 | Umberto Lenzi)

"The Gambler" [20:15 Uhr, Pro 7 Maxx]
(USA 2014 | Rupert Wyatt)

"Hudson Hawk - Der Meisterdieb" [22:10 Uhr, RTL Nitro]
(USA 1991 | Michael Lehmann)

"Was bleibt" [22:25 Uhr, 3sat]
(D 2012 | Hans-Christian Schmid)

"Vier Brüder" [22:25 Uhr, Pro 7 Maxx]
(USA 2005 | John Singleton)

"Metéora" [23:50 Uhr, 3sat]
(GR, D, F 2012 | Spiros Stathoulopoulos)

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MITWOCH, 15.02.2017

"Die zauberhafte Welt der Beatrix Potter" [02:10 Uhr, ARD]
(GB, USA 2006 | Chris Noonan)

"Road to Perdition" [20:15 Uhr, Kabel]
(USA 2002 | Sam Mendes)

"1 Mord für 2" [20:15 Uhr, Tele 5]
(USA, GB 2007 | Kenneth Branagh)

"Gloria" [20:15 Uhr, Arte]
(CHILE, E 2013 | Sebastián Lelio)

"Das andere Rom - Sacro Gra" [22:00 Uhr, Arte]
(I, F 2013 | Gianfranco Rosi)

"Elementarteilchen" [22:25 Uhr, 3sat]
(D 2006 | Oskar Roehler)

"Last Man Standing" [22:35 Uhr, Kabel]
(USA 1996 | Walter Hill)

"Dieses schöne Scheißleben" [23:25 Uhr, WDR]
(D 2014 | Doris Dörrie)

"Die getäuschte Frau" [23:30 Uhr, Arte]
(D, NL, B 2015 | Sacha Polak)

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DONNERSTAG, 16.02.2017

"Harry und Sally" [20:15 Uhr, Disney Chan.]
(USA 1989 | Rob Reiner)

"Kein Pardon" [20:15 Uhr, ONE]
(D 1993 | Hape Kerkeling)

"Der Zauber von Malèna" [22:25 Uhr, 3sat]
(USA, I 2000 | Giuseppe Tornatore)

"Und täglich grüße das Murmeltier" [23:45 Uhr, SWR]
(USA 1993 | Harold Ramis)

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FREITAG, 17.02.2017

"Micmacs - Uns gehört Paris!" [00:50 Uhr, ARD]
(F 2009 | Jean-Pierre Jeunet)

"21 Jump Street" [20:15 Uhr, RTL II]
(USA 2012 | Phil Lord, Christopher Miller)

"Polizeiruf 110: Cassandras Warnung" [22:00 Uhr, ARD]
(D 2011 | Dominik Graf)

"Julia" [22:35 Uhr, 3sat]
(USA, F, MEX, B 2008 | Erick Zonca)

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SAMSTAG, 18.02.2017

"Oh Boy" [20:15 Uhr, 3sat]
(D 2012 | Jan Ole Gerster)

"Love Song für Bobby Long" [20:15 Uhr, Servus TV]
(USA 2004 | Shainee Gabel)

"Tödliche Versprechen - Eastern Promises" [22:00 Uhr, ONE]
(GB, CDN, USA 2007 | David Cronenberg)

"Roxanne" [22:20 Uhr, Sat. 1 Gold]
(USA 1987 | Fred Schepisi)

"Blood Ties" [22:30 Uhr, Servus TV]
(F, USA 2013 | Guillaume Canet)

"Inside Man" [22:55 Uhr, ZDF NEO]
(USA 2006 | Spike Lee)

"Keine halben Sachen" [23:35 Uhr, RTL II]
(USA 2000 | Jonathan Lynn)

"Kein Mittel gegen Liebe" [23:40 Uhr, ARD]
(USA 2011 | Nicole Kassell)

"Die Nonne" [23:50 Uhr, RBB]
(F, D, B 2013 | Guillaume Nicloux)

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SONNTAG, 19.02.2017

"Im Land der Raketenwürmer" [01:00 Uhr, ZDF]
(USA 1990 | Ron Underwood)

"Backdraft" [02:30 Uhr, ZDF]
(USA 1991 | Ron Howard)

"Is was, Doc?" [20:15 Uhr, Disney Chan.]
(USA 1972 | Peter Bogdanovich)

"Comedian Harmonists" [20:15 Uhr, Arte]
(D, Ö 1997 | Joseph Vilsmaier)

"In meinem Himmel" [20:15 Uhr, Pro 7]
(USA, GB, NZ 2009 | Peter Jackson)

"Die nackte Kanone 33 1/3" [20:15 Uhr, Pro 7 Maxx]
(USA 1994 | Peter Segal)

"Die nackte Kanone 2 1/2" [21:50 Uhr, Pro 7 Maxx]
(USA 1991 | David Zucker)

"Ein auswärtige Affäre" [22:20 Uhr, Tele 5]
(USA 1948 | Billy Wilder)

"Verblendung" [22:50 Uhr, Pro 7]
(USA, S, GB, D 2011 | David Fincher)

"Fort Bliss" [22:50 Uhr, RTL II]
(USA, TRK 2014 | Claudia Myers)

"Die nackte Kanone" [23:30 Uhr, Pro 7 Maxx]
(USA 1988 | David Zucker)

"Mr. Morgans Liebe" [23:35 Uhr, ARD]
(D, B, USA, F 2013 | Sandra Nettelbeck)

rot: besondere Empfehlung vom Autor des Hauses; teils sehr selten oder gar erstmals im TV

[Angaben ohne Gewähr]

Mittwoch, 8. Februar 2017

Dokumentation: "Peter Handke: Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte..." [D 2016]


Peter Handke, Schriftsteller, Erzähldeuter, Brummbär, ist in dieser vitalisierend ungeschliffenen Dokumentation über sich selbst wahrlich viel zu viel im "Wald". Daraus folgt, dass er sich zwangsläufig "verspäten" muss. Peter Handke verliert sich im Naturnahen, Corinna Belz dagegen, Regisseurin, Beobachterin, Nachfragerin, im menschlich Nahen. Drehte die studierte Philosophin und Medienwissenschaftlerin mit "Gerhard Richter – Painting" bereits ein anderes stotternd säuselndes Tiefenporträt ungeahnter Nähe, das im reflexiven Augenblick der Tätigkeit zerging, so diskutiert "Peter Handke: Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte…" die sinnästhetischen Empfindungen, die zu dieser Tätigkeit führen. Das Unerklärliche überwindend, das direkt aus dem "Müssen" einer inneren Pflicht resultiert, versucht Belz, das Fühlen beim Schreiben zu theoretisieren. Obgleich ihr das nicht gelingen mag – konsequent ist sie, wenn sie vollkommen ungezwungen eine Zeit einfriert, die, fernab jener Hektik, die uns sonst umgibt, ihre eigene kleine, vergängliche Geschichte schreibt.

Dafür scheint Peter Handke als Gesprächspartner ideal zu sein, ein großer Autor der "Naturmaterialität". Er schrieb und schreibt Sounds, um zum Wesen dessen vorzudringen, das unlängst abstrakt, wie ein Störgeräusch, geworden ist: die Vignetten der Gegenwart, das Konkrete des Umkreisenden. Er schreibt über die Entfremdung des Subjekts anhand seiner Umwelt. Und dieser Peter Handke lässt sich nicht in die Karten schauen, so wie sich Gerhard Richter einst nicht in die Karten schauen ließ. Literatur, das sind Bilder von Zeichen, und die collagenhaft eingeschnittenen Bilder von Handkes farbenfroh ausstaffierten Notizheften verbinden sich geistig mit Richters expressiven Farbmosaiken. Was beide Dokumentationen gemeinsam haben, liegt in ihrer meditativen Gedankenlosigkeit, zwei etwas borstigen Schlafwandlern zu begegnen, die sich im Gefühl mitteilen. Peter Handke windet sich hierbei vor der Qual der Selbsterklärung. Eine Geschichte zu erzählen, ist nichts gegen das, wenn sich die Geschichte ohne Hilfe erzählt, ohne forcierende Konflikte, wohlgesetzte Höhe- und Wendepunkte – eine Geschichte der John Fords, Yasujirō Ozus und Michelangelo Antonionis dieser Welt.

Belz setzt immer wieder den jungen Schreibanarchisten Handke und den alten Schreibsauertopf Handke miteinander in Beziehung, als der eine die überkommenen Literaturvorstellungen des Beschreibens anmahnte und der andere, gemütlich in seinem Hausdomizil sitzend, das Beschreiben seiner selbst sabotiert. Denn viel lieber schneidet der alte Handke garteneigene Pilze, lobt den mystisch-fleischlichen Klang dieses Vorganges, zerhackt Äste und dekoriert den Wegrand mit Steinen. Peter Handke, und dies ist wahrscheinlich auch der einzig gerechte Weg, ihn zu greifen, "liest" in dem, was nicht "Text" ist, während Corinna Belz ihm über die Schulter guckt: neugierig, wissbegierig, hypnotisiert. Kein Schnitt oder schlagartiger Szenenübergang stört die Verschlungenheit des Vergessenen in einem altzeitlichen Selbstexil. Falls Handke widerwillig reden muss, über die Quelle seiner Arbeit, über Biografisches, dann stopft er die Sätze heraus und es manifestieren sich, zusammen mit seiner Tochter, irrelevante Banalitäten wie eine neu gekaufte rote Jacke. Das wirklich Wichtige nämlich, das wird zwischen dem Text erfahrbar, in der Erfassungsbeschreibung.

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Sonntag, 5. Februar 2017

Fernsehtipps Film (06.02. - 12.02.2017)


MONTAG, 06.02.2017

"In weiter Ferne, so nah!" [01:15 Uhr, 3sat]
(D 1993 | Wim Wenders)

"Red Rock West" [01:40 Uhr, MDR]
(USA 1993 | John Dahl)

"Troja" [20:15 Uhr, Kabel]
(USA, MALTA, GB 2004 | Wolfgang Petersen; Kinofassung)

"The Fall - Im Reich der Fantasie" [20:15 Uhr, ONE]
(USA, IND, GB 2006 | Tarsem Singh)

"The Broken Circle" [20:15 Uhr, Arte]
(B, NL 2012 | Felix Van Groeningen)

"Feuerwerk am hellichten Tage" [22:05 Uhr, Arte]
(CHINA 2014 | Yi'nan Diao)

"Spur der Steine" [23:15 Uhr, NDR]
(DDR 1966 | Frank Beyer)

"Härte" [23:50 Uhr, Arte]
(D 2015 | Rosa von Praunheim)

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DIENSTAG, 07.02.2017

"Der Aufsteiger" [01:20 Uhr, Arte]
(F, B 2011 | Pierre Schöller)

"Robot & Frank - Zwei diebische Komplizen" [20:15 Uhr, Servus TV]
(USA 2012 | Jake Schreier)

"Belle de jour - Schöne des Tages" [22:20 Uhr, Servus TV]
(F, I 1967 | Luis Buñuel)

"Rango" [22:35 Uhr, Pro 7 Maxx]
(USA 2011 | Gore Verbinski)

"Boy A" [23:40 Uhr, WDR]
(GB 2007 | John Crowley)

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MITWOCH, 08.02.2017

"Die Rache des Ivanhoe" [02:05 Uhr, ARD]
(I, ARG 1965 | Tanio Boccia)

"Señor Kaplan" [02:10 Uhr, Arte]
(URU, D, E 2014 | Álvaro Brechner)

"Aschenblödel" [03:35 Uhr, Tele 5]
(USA 1960 | Frank Tashlin)

"Rebellion der Rechtlosen" [20:15 Uhr, Arte]
(GB 1986 | Bill Douglas)

"Nova Zembla - Unbekanntes Land" [20:15 Uhr, Tele 5]
(NL 2011 | Reinout Oerlemans)

"The Messenger - Die letzte Nachricht" [20:15 Uhr, 3sat]
(USA 2009 | Oren Moverman)

"Yella" [22:25 Uhr, 3sat]
(D 2007 | Christian Petzold)

"Auf Messers Schneide" [22:50 Uhr, Kabel]
(USA 1997 | Lee Tamahori)

"Philomena - Eine Mutter sucht ihren Sohn" [23:30 Uhr, BR]
(GB 2013 | Stephen Frears)

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DONNERSTAG, 09.02.2017

"Zwölf Uhr mittags" [02:55 Uhr, ARD]
(USA 1952 | Fred Zinnemann)

"Captain Phillips" [20:15 Uhr, VOX]
(USA 2013 | Paul Greengrass)

"Dumm und Dümmer" [20:15 Uhr, Kabel]
(USA 1994 | Peter Farrelly, Bobby Farrelly)

"Wer, wenn nicht wir" [21:00 Uhr, 3sat]
(D 2011 | Andres Veiel)

"Lord of War - Händler des Todes" [22:55 Uhr, VOX]
(USA 2005 | Andrew Niccol)

"'71 - Hinter feindlichen Linien" [23:00 Uhr, 3sat]
(GB 2014 | Yann Demange)

"Swimming Pool" [23:45 Uhr, SWR]
(F, GB 2003 | François Ozon)

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FREITAG, 10.02.2017

"Cäsar muss sterben" [01:00 Uhr, RBB]
(I 2012 | Paolo Taviani, Vittorio Taviani)

"Susi und Strolch" [20:15 Uhr, Disney Chan.]
(USA 1955 | Clyde Geronimi, Wilfred Jackson, Hamilton Luske)

"Wir Monster" [20:15 Uhr, Arte]
(D 2014 | Sebastian Ko)

"Gangster Squad" [22:35 Uhr, Pro 7]
(USA 2013 | Ruben Fleischer)

"Intimacy" [22:35 Uhr, 3sat]
(F, I 2001 | Patrice Chéreau)

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SAMSTAG, 11.02.2017

"Ein großer und ein kleiner Gauner" [00:00 Uhr, BR]
(I, F 1976 | Claude Pinoteau)

"Hi-Lo Country" [00:30 Uhr, 3sat]
(USA, GB, D 1998 | Stephen Frears)

"Das wahre Leben" [20:15 Uhr, ONE]
(D, CH 2006 | Alain Gsponer)

"Die Dolmetscherin" [21:35 Uhr, ZDF NEO]
(USA, GB, F, D 2005 | Sydney Pollack)

"Shootout - Keine Gnade" [22:20 Uhr, Sat. 1]
(USA 2012 | Walter Hill)

"Zwielicht" [22:20 Uhr, Sat. 1 Gold]
(USA 1996 | Gregory Hoblit)

"Howl - Das Geheul" [22:20 Uhr, 3sat]
(USA 2010 | Rob Epstein, Jeffrey Friedman)

"Blue Steel" [23:35 Uhr, ZDF NEO]
(USA 1989 | Kathryn Bigelow)

"Rocky IV - Der Kampf des Jahrhunderts" [23:40 Uhr, RTL II]
(USA 1985 | Sylvester Stallone)

"Monsters" [23:45 Uhr, ONE]
(USA 2010 | Gareth Edwards)

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SONNTAG, 12.02.2017

"Mitte Ende August" [00:35 Uhr, RBB]
(D 2009 | Sebastian Schipper)

"Die Hindenburg" [01:00 Uhr, ZDF]
(USA 1975 | Robert Wise)

"Rocky V" [01:30 Uhr, RTL II]
(USA 1990 | John G. Avildsen)

"Flash Gordon" [01:45 Uhr, ARD]
(GB, USA 1980 | Mike Hodges)

"Irrgarten des Schreckens" [03:35 Uhr, ARD]
(GB 1972 | Roy Ward Baker)

"Vierzig Wagen westwärts" [20:15 Uhr, Tele 5]
(USA 1965 | John Sturges)

"Der Mandant" [20:15 Uhr, RTL II]
(USA 2011 | Brad Furman)

"Gigi" [20:15 Uhr, Arte]
(USA 1958 | Vincente Minnelli)

"Love Story" [20:15 Uhr, Disney Chan.]
(USA 1970 | Arthur Hiller)

"Das unsichtbare Mädchen" [21:45 Uhr, ZDF NEO]
(D 2011 | Dominik Graf)

"Die Zeit der Geier" [23:10 Uhr, Tele 5]
(I 1967 | Nando Cicero)

"The Tree of Life" [23:35 Uhr, ARD]
(USA 2011 | Terrence Malick)

"Pain & Gain" [23:45 Uhr, Pro 7]
(USA 2013 | Michael Bay)

rot: besondere Empfehlung vom Autor des Hauses; teils sehr selten oder gar erstmals im TV

[Angaben ohne Gewähr]

Freitag, 3. Februar 2017

Gesehenes - Januar 2017


"Oz" //6
(USA 1997 | Season 1; DVD)

"True Detective" //6
(USA 2015 | Season 2; DVD)

Dokumentation: "Altman" //4
(CDN 2014 | Ron Mann; Verleih-DVD)

Kurzfilm: "The Party" //3
(USA 1964 | Robert Altman; Verleih-DVD)

Kurzfilm: "The Kathryn Reed Story" //4
(USA 1965 | Robert Altman; Verleih-DVD)

Kurzfilm: "Pot au feu" //3
(USA 1966 | Robert Altman; Verleih-DVD)

Kurzfilm: "Scorpio Rising" //5
(USA 1965 | Kenneth Anger; YouTube)

Kurzfilm: "Lucifer Rising" //5
(USA, GB, BRD 1972 | Kenneth Anger; YouTube)

Kurzfilm: "Suspense" //6
(USA 1913 | Phillips Smalley, Lois Weber; YouTube)

Kurzfilm: "À la mode" //6
(USA 1959 | Stan Vanderbeek; UbuWeb)

Kurzfilm: "Darkness Light Darkness" //6
(CZ 1989 | Jan Švankmajer; YouTube)

Kurzfilm: "Western Spaghetti" //6
(USA 2008 | PES; YouTube)

Kurzfilm: "Fresh Guacamole" //6
(USA 2012 | PES; YouTube)

Dokumentation: "Life Itself" //6
(USA 2014 | Steve James; Netflix)

Dokumentation: "Beltracchi - Die Kunst der Fälschung" //5.5
(D 2014 | Arne Birkenstock; Netflix)

Dokumentation: "Scientology: Ein Glaubensgefängnis" //7
(USA 2015 | Alex Gibney; Netflix)

Dokumentation: "Der 13." //6
(USA 2016 | Ava DuVernay; Netflix)

Dokumentation: "Team Foxcatcher" //5.5
(USA 2016 | Jon Greenhalgh; Netflix)

Dokumentation: "Wovon träumt das Internet?" //6
(USA 2016 | Werner Herzog; Netflix)

"Resident Evil: Retribution" //6
(D, GB, F 2012 | Paul W. S. Anderson; Blu-ray)

"Resident Evil: The Final Chapter" //6
(F, D, CDN, AUS 2016 | Paul W. S. Anderson; 3D/Kino)

"Rocco und seine Brüder" //6
(I, F 1960 | Luchino Visconti; Verleih-DVD)

"Achteinhalb" //7
(I, F 1963 | Federico Fellini; DVD)

"Das Narrenschiff" //6
(USA 1965 | Stanley Kramer; Verleih-DVD)

"Point Blank" //6
(USA 1967 | John Boorman; Blu-ray)

"Das Ding aus einer anderen Welt" //7
(USA 1982 | John Carpenter; Blu-ray)

"Die neun Pforten" //6
(F, E 1999 | Roman Polanski; DVD)

"Der Wald vor lauter Bäumen" //6
(D 2003 | Maren Ade; TV)

"V wie Vendetta" //3
(USA, GB, D 2005 | James McTeigue; Blu-ray)

"Dame König As Spion" //6
(GB, F, D 2011 | Tomas Alfredson; Blu-ray)

"Knight of Cups" //5
(USA 2015 | Terrence Malick; Verleih-DVD)

"Bridge of Spies" //7
(USA, D 2015 | Steven Spielberg; Verleih-Blu-ray)

"Creed" //5.5
(USA 2015 | Ryan Coogler; Verleih-Blu-ray)

"Jurassic World" //3
(USA 2015 | Colin Trevorrow; Verleih-Blu-ray)

"Louder Than Bombs" //6
(N, F, DK, USA 2015 | Joachim Trier; Verleih-DVD)

"Independence Day: Wiederkehr" //4
(USA 2016 | Roland Emmerich; Verleih-DVD)

"xXx: Die Rückkehr des Xander Cage" //4
(USA 2017 | D.J. Caruso; 3D/Kino)

Sonntag, 29. Januar 2017

Fernsehtipps Film (30.01. - 05.02.2017)


MONTAG, 30.01.2017

"Cloud Atlas" [00:05 Uhr, ARD]
(D, USA, HK, SING 2012 | Tom Tykwer, Lilly Wachowski, Lana Wachowski)

"Die durch die Hölle gehen" [00:05 Uhr, NDR]
(GB, USA 1978 | Michael Cimino)

"All the Boys Love Mandy Lane" [00:35 Uhr, RTL II]
(USA 2006 | Jonathan Levine)

"Die Uhr läuft ab" [00:40 Uhr, 3sat]
(GB 1974 | Caspar Wrede)

"Stalag 17" [00:50 Uhr, Tele 5]
(USA 1953 | Billy Wilder)

"Landgericht - Geschichte einer Familie" [20:15 Uhr, ZDF]
(D 2017 | Matthias Glasner; Teil 1)

"Vermisst" [20:15 Uhr, Tele 5]
(USA 1982 | Constantin Costa-Gavras)

"La Chamade - Herzklopfen" [22:10 Uhr, Arte]
(F, I 1968 | Alain Cavalier)

"Spider-Man 2" [22:30 Uhr, Kabel]
(USA 2004 | Sam Raimi; Kinofassung)

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DIENSTAG, 31.01.2017

"Hängt ihn höher" [00:35 Uhr, Tele 5]
(USA 1968 | Ted Post)

"Perfect World" [20:15 Uhr, Tele 5]
(USA 1993 | Clint Eastwood)

"Frances Ha" [20:15 Uhr, Servus TV]
(USA 2012 | Noah Baumbach)

"Dallas Buyers Club" [22:10 Uhr, WDR]
(USA 2013 | Jean-Marc Vallée)

"Timecop" [22:20 Uhr, RTL Nitro]
(CDN, USA, J 1994 | Peter Hyams)

"Das fünfte Element" [23:55 Uhr, WDR]
(F 1997 | Luc Besson)

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MITWOCH, 01.02.2017

"Die Unsichtbare" [02:15 Uhr, Arte]
(D, F 2011 | Christian Schwochow)

"Landgericht - Geschichte einer Familie" [20:15 Uhr, ZDF]
(D 2017 | Matthias Glasner; Teil 2)

"Hannah Arendt" [20:15 Uhr, Arte]
(D, F, LUX, ISR 2012 | Margarethe von Trotta)

"Memory Keeper - Schatten der Vergangenheit" [20:15 Uhr, Tele 5]
(USA 2008 | Mick Jackson)

"Houston, wir haben ein Problem" [23:25 Uhr, WDR]
(SLOWE, KROA, D, CZ, KAT 2016 | Ziga Virc)

"Titos Brille" [23:30 Uhr, SWR]
(D 2014 | Regina Schilling)

"Kafkas 'Der Bau'" [23:35 Uhr, Arte]
(D 2014 | Jochen Alexander Freydank)

"Gainsbourg - Der Mann, der die Frauen liebte" [23:45 Uhr, HR]
(F 2010 | Joann Sfar)

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DONNERSTAG, 02.02.2017

"Melancholia" [00:00 Uhr, Tele 5]
(DK, S, F, D 2011 | Lars von Trier)

"William Shakespeares Romeo + Julia" [20:15 Uhr, Disney Chan.]
(USA 1996 | Baz Luhrmann)

"The Gambler" [20:15 Uhr, Pro 7]
(USA 2014 | Rupert Wyatt)

"21" [22:25 Uhr, Pro 7]
(USA 2008 | Robert Luketic)

"Female Agents - Geheimkommando Phoenix" [22:25 Uhr, 3sat]
(F 2008 | Jean-Paul Salomé)

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FREITAG, 03.02.2017

"127 Hours" [00:50 Uhr, Pro 7]
(USA 2010 | Danny Boyle)

"101 Dalmatiner" [20:15 Uhr, Disney Chan.]
(USA 1961 | Clyde Geronimi, Hamilton Luske, Wolfgang Reitherman)

"Palace Beach Hotel" [20:15 Uhr, Arte]
(F 2014 | Philippe Venault)

"Brothers Bloom" [22:35 Uhr, 3sat]
(USA 2008 | Rian Johnson)

"Vier im roten Kreis" [23:30 Uhr, BR]
(F, I 1970 | Jean-Pierre Melville)

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SAMSTAG, 04.02.2017

"2012" [20:15 Uhr, Sat. 1]
(USA 2009 | Roland Emmerich)

"Der Fan" [20:15 Uhr, Servus TV]
(USA 1996 | Tony Scott)

"Prinzessin Mononoke" [21:45 Uhr, Super RTL]
(J 1997 | Hayao Miyazaki)

"Arlington Road" [21:45 Uhr, ZDF NEO]
(USA 1999 | Mark Pellington)

"Kids - In den Straßen New Yorks" [22:00 Uhr, ONE]
(USA 2006 | Dito Montiel)

"Eine verhängnisvolle Affäre" [22:15 Uhr, Sat. 1 Gold]
(USA 1987 | Adrian Lyne)

"Triage" [22:30 Uhr, Servus TV]
(IRL, E, B, F 2009 | Danis Tanovic)

"Trespass" [23:35 Uhr, ZDF NEO]
(USA 1992 | Walter Hill)

"The Crime" [23:40 Uhr, ARD]
(GB 2012 | Nick Love)

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SONNTAG, 05.02.2017

"Spion zwischen zwei Fronten" [00:30 Uhr, MDR]
(GB, F 1966 | Terence Young)

"Thursday - Ein mörderischer Tag" [01:10 Uhr, ZDF NEO]
(USA 1998 | Skip Woods)

"Und täglich grüßt das Murmeltier" [01:30 Uhr, ARD]
(USA 1993 | Harold Ramis)

"Ein süßer Fratz" [20:15 Uhr, Disney Chan.]
(USA 1957 | Stanley Donen)

"Der Pate 3" [20:15 Uhr, Arte]
(USA 1990 | Francis Ford Coppola)

"Man nennt mich Hondo" [20:15 Uhr, Tele 5]
(USA 1953 | John Farrow)

"Eins, zwei, drei" [20:15 Uhr, 3sat]
(USA 1961 | Billy Wilder)

"Bornholmer Straße" [22:00 Uhr, 3sat]
(D 2014 | Christian Schwochow)

"Der Mörder des Klans" [22:00 Uhr, Tele 5]
(I 1971 | Giuseppe Vari)

"Abgehauen" [22:25 Uhr, MDR]
(D 1998 | Frank Beyer)

"Der Spion, der aus der Kälte kam" [23:30 Uhr, 3sat]
(GB 1965 | Martin Ritt)

"Unfinished Song" [23:35 Uhr, ARD]
(GB, D 2012 | Paul Andrew Williams)

rot: besondere Empfehlung vom Autor des Hauses; teils sehr selten oder gar erstmals im TV

[Angaben ohne Gewähr]

Freitag, 27. Januar 2017

Jarmusch-Retro #13: "Paterson" [USA 2016]


Allem Lebendigen sei das Zentrum der Welt gemein, schrieb Friedrich Nietzsche. Die Grenzen der menschlichen Erkenntnis erschöpfen sich an ihrer Barriere, dass Wahrnehmung ausschließlich zentralistisch und deshalb ausschließlich interpretatorisch gedacht werden kann. Wie der eigene Standpunkt eine gleichsam absolute erkenntnistheoretische Perspektive einnimmt, avanciert in "Paterson" ebenso zum Zentrum einer Erzählung ohne Spuren einer großen Erzählung. Adam Driver schlüpft in einen Anzug des Zyklenläufers, der jeden Tag deckungsgleiche Hürden seiner familiären wie beruflichen Existenz umspringt. Paterson, so sein richtiger Name, ist in Paterson, der Stadt, verwurzelt, gefangen, kulturell verstöpselt. Wie könnte es auch anders sein. Von Montag zu Montag zeigt er sich in seiner determinierten Rolle als Busfahrer, Lyriker, Freund, Hundenörgler und Kneipenkumpel. Driver mimt diesen allgewaltig am Chaos vorbei sinnierenden Zufriedenheitsbummler mit der Kunst des Nichtergebnisses, mit der Attitüde geheimnisumnebelten Eigensinns. "Paterson" erzählt über die Monotonie des Herausgebrochenen, über den Datenverlauf des sich darunter verbergend Inspirierenden.

Der Film rekurriert dabei auf den Motiven, die das Kino von Jim Jarmusch im Grundlegendsten umschlingen: Jarmusch bastelte abermals an einem Film trister Vertrautheit, der das Mysterium wählt, wenn er doch nur das schlichte Sein zur Auswahl stellt, und er ergänzt diese Schläfrigkeit zu einer selektiven Lebensermattung kurz nach dem ersten Griff zu schlafsandverkrusteten Augen. Durch Jarmusch lernen wir ein Gefühl des uns gänzlich anders erscheinenden Zeitbegriffs kennen, der uns stets den paradoxen Widerspruch zwischen dem Alltag vor und in der Leinwand verdeutlicht. Ein "langweiliger" Arthouse-Scheinphilosophiefetzen aber ist "Paterson" eigentlich nie. Sowohl der Schauplatz Paterson als auch der Protagonist Paterson bilden das Komplettierungsstück einer Kontemplation des Banalen, das im Ort wie im Menschen jenes unterdrückte Glück evoziert, das ein grimmiges Lächeln nach sich zieht. Adam Driver spielt keinen dieser plappernden Jarmusch-Nonkonformisten, die erst werden im Suchen, sondern einen rationalen Konformisten, der im Suchen längst geworden ist – zu einem unveränderlichen Mann, der sich arrangieren konnte, in Worte, aber auch in die Bewegung zu flüchten.

Grobe Gemeinsamkeiten hat "Paterson" wohl mit "Broken Flowers", mit einer vergleichbar fluffigen Daseinskomödie über einen Weg, der sich bis ins Unendliche fortsetzt. Beide Werke, unter dem warmen Mantel grotesker Ironie (in "Paterson" speziell: die, wie in "Coffee and Cigarettes", schwarzweiß durchdeklinierten Requisiten), ernten ihre Lebendigkeit aus der Zartheit des Antiquierten und positionieren sich gegen den modernistischen Habitus des Erreichbar-Seins. In Patersons Bücherregal im Keller steht eine Ausgabe von dem ungeheuerlichen Splitterroman "Unendlicher Spaß" – im Mikrokosmos des zufällig Wuchernden plumpst auch Paterson in die Spiral- und Parabelförmlichkeit des postmodernen Lebens, wo die gesamte Tragweite des Fassbaren nicht mehr fassbar sein kann. Dass in der Gestalt Patersons zugleich ein Vorwand liegt, über Kunst zu reflektieren, Gedichte zu lieben und Hymnen der Rezitation (eine Spur zu pathetisch) zu visualisieren, macht die Natur Jim Jarmuschs aus, das Reale durch das Fiktive zu konstituieren. Vor allem im Abschlussdialog mit einem japanischen Lyrikliebhaber bereist Jarmusch zarte Innenwelten, die frühestens im Traum sinnvoll zerplatzen, wenn der Montagmorgenwecker dann wieder klingelt.

6.5 | 10